Rechtswidrige Preisgestaltung?

Niedersächsische Gasversorger im Visier der Landeskartellbehörde

Fünf niedersächsische Gasversorger stehen im Verdacht der rechtswidrigen Preisgestaltung. Die Landeskartellbehörde habe deshalb Vorermittlungen zum Missbrauchsverfahren eingeleitet, sagte Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) am Freitag in Hannover.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (ddp-nrd/sm) - Welche Unternehmen ins Visier der Ermittler geraten sind, ließ er offen. Ihnen wird vorgeworfen, eine missbräuchliche Preisgestaltung zu haben. Sie müssen der Kartellbehörde nun Belege dafür vorlegen, dass sie den Verbrauchern keine überhöhten Preise aufgezwungen haben.

Laut Ministerium hatte die Kartellbehörde bei einer Überprüfung der Gaspreise von 63 Versorgungsunternehmen im Oktober die fünf "Ausreißer" festgestellt, deren Preise zum Teil erheblich über dem Durchschnitt lagen. Diese müssten nun ihre Preiskalkulation offen legen und ihre Abweichungen begründen. Wenn die Unternehmen nicht nachweisen könnten, dass ihre Preise rechtmäßig zustande gekommen sind, müssten sie diese senken.

Bereits im März waren die Gaspreise landesweit überprüft worden. Dabei wurden gegen insgesamt 16 Unternehmen Vorermittlungen aufgenommen. Bei fünf wurden diese wieder eingestellt. Zehn Unternehmen verpflichteten sich, eine weitere Preiserhöhung auszusetzen. Eines senkte die Preise.

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