Atomkraft

Niedersachsens CDU wirft BfS-Chef Parteinahme vor

Die CDU in Niedersachsen wirft dem Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, Parteinahme für Umweltminister Gabriel und die Anti-Atom-Bewegung vor. König lasse in Wahlkampfzeiten "jegliche Zurückhaltung vermissen", sagte der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp/red) - Anlass für Bäumers Kritik ist ein Hinweis der Zeitschrift "Asse Einblicke" auf den geplanten Treck von Lüchow-Dannenberger Landwirten Ende August nach Berlin. Mit der Aktion wollen die Bauern und ihre Unterstützer gegen Atomkraft und ein Endlager in Gorleben demonstrieren. "Hier wird auf Steuerzahlerkosten Werbung für eine Anti-Atom-Kampagne gemacht", sagte Bäumer. Das sei unzulässig. Die vom BfS herausgegebene Publikation "Asse Einblicke" informiert über das Atommülllager Asse. Bislang sind vier Ausgaben erschienen.

Bäumer bemängelte auch jüngste "Vorwürfe" von König an CDU und FDP mit Blick auf mögliche Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke und deren Auswirkungen auf die Endlagerdebatte. Diese Äußerungen seien ein weiteres Beispiel "für die Parteinahme des Leiters dieser nachgeordneten Bundesbehörde". König hatte in einem Interview gesagt, aus Sicht des BfS erschwere die Debatte über eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfälle.

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