Ende des Moratoriums

Niedersachsen stellt sich auf neue Gorleben-Erkundung ein

Nach dem Regierungswechsel in Berlin stellt sich die niedersächsische Landesregierung auf neue Erkundungsarbeiten im Salzstock Gorleben ein. Die Arbeiten könnten dann 2012 beginnen. Mit einem Abschluss der restlichen Erkundung sei für 2019 zu rechnen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hannover (ddp/red) - Zunächst müsse man Personal und Maschinen bereitstellen, sagte Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Nach Sanders Worten ist in der künftigen schwarz-gelben Koalition in Berlin eine weitere Erkundung Gorlebens als Endlager für hochradioaktiven Abfall unstrittig.

Die Erkundung 2000 von der damaligen rot-grünen Bundesregierung unterbrochen worden. Sander betonte, die Eignung Gorlebens müsse, auch wenn sie bislang nicht fest stehe, zumindest geprüft werden. Es sei Zeit für ein "Ende der Maskerade" in der Atompolitik. Sander ist Mitglied der derzeit tagenden Berliner Koalitionsarbeitsgruppe zur Energiepolitik.

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