Aufklärung

Niedersachsen setzt Untersuchungsausschuss für Asse ein

Die zahlreichen Skandale und Pannen im Atommülllager Asse kommen vor einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtages. Das Plenum stimmte am Dienstag in Hannover mit den Stimmen aller Fraktionen für die Einsetzung des Kontrollgremiums.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp/red) - Der von den Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP gemeinsam ausgehandelte Untersuchungsauftrag umfasst mehrere Themenblöcke. Darunter fällt die Ermittlung des gesamten radioaktiven Inventars, das in dem maroden Bergwerk lagert. Geklärt werden soll auch, warum ausgerechnet das Bergwerk Asse als Lager für Atommüll ausgewählt wurde. Zwischen 1967 und 1978 wurden dort insgesamt rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall deponiert.

Aufklärungsarbeit kann sich lange hinziehen

Beobachter rechnen damit, dass die Aufklärungsarbeit im Untersuchungsausschuss zwei Jahre oder mehr dauern wird. Vor allem weil die Mitglieder auf Akteneinsicht bei Bundesbehörden angewiesen sein werden, könnte es zu Behinderungen kommen. Mehrfach wurden auch Zweifel laut, ob der Untersuchungsausschuss überhaupt Licht ins Dunkel der Asse bringen kann.

13 Parlamentarier für Untersuchungsausschuss

Konstituieren soll sich der Untersuchungsausschuss im Anschluss an die Parlamentssitzung am Mittwoch. Vorsitzender soll der CDU-Politiker und Jurist Jens Nacke werden. Insgesamt werden 13 Parlamentarier aus allen im Landtag vertretenen Parteien im Ausschuss vertreten sein. Als Zeugen werden prominente Mitglieder ehemaliger und amtierender Regierungen geladen werden - etwa die frühere Bundesumweltministerin und heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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