Auch Bietergemeinschaften haben eine Chance

Niedersachsen schreibt Strombedarf europaweit aus

Für 4900 Abnahmestellen benötigt das Bundesland etwa 310 Millionen Kilowattstunden Strom - Finanzminister Aller: "Durch Bündelung der Nachfrage werden Kosten eingespart und trotzdem ökologische Maßstäbe gesetzt".

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Das Bundesland Niedersachsen wird seinen Strombedarf erneut öffentlich ausschreiben. Wie Finanzminister Heinrich Aller heute im Kabinett erläuterte, läuft der derzeitige Stromliefervertrag zum Ende dieses Jahres aus. Aus diesem Grund werde der Strombezug der vom Land genutzten Liegenschaften und Gebäude wieder gebündelt und europaweit öffentlich ausgeschrieben. Das Ausschreibungsvolumen der fast 4900 Abnahmestellen umfasst rund 310 Millionen Kilowattstunden.

Ausgeschrieben werde Strom mit einem Anteil von 24 Prozent aus Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung sowie mit einem siebenprozentigem Anteil aus regenerativen Energiequellen. "Mit dieser Forderung ist das Land wieder Vorreiter bei der ökologisch begründeten Forderung nach einem zu garantierenden Energiebeschaffungsmix", sagte Aller. Die Bieter müssten den Energiebeschaffungsmix vertraglich zusichern und revisionsfest nachweisen. Darüber hinaus werde es den Bietern freigestellt, Nebenangebote vorzulegen, die ebenfalls zum Zuge kommen könnten.

Zudem werde die Ausschreibung ausdrücklich die Bildung von Bietergemeinschaften ermöglichen, so dass auch regionalen und kommunalen Energieversorgungsunternehmen die Teilnahme an der Ausschreibung ermöglicht werde. Damit fänden die positiven Erfahrungen aus der Umsetzung des derzeitigen Vertrages Berücksichtigung.

Der Vertrag solle mit einer Laufzeit von drei Jahren abgeschlossen werden. "Diese um ein Jahr längere Laufzeit ist sinnvoll, da nach Markteinschätzungen in diesem Zeitraum keine fallenden Strompreise prognostiziert werden. Durch die längere Vertragslaufzeit erwarte ich auch einen Kostenvorteil, da der einmalige administrative Aufwand eines Lieferanten für die Umstellung und Abwicklung eines solchen Bündelvertrages sehr kosten- und personalintensiv ist", so Aller.

Das Konzept der gebündelten Strombeschaffung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten und unter Berücksichtigung des Umweltschutzes ist zwischen Finanz-, Umwelt- und Wirtschaftsministerium abgestimmt. Es umfasst die flächendeckende Anwendung des zentral abzuschließenden Versorgungsvertrages, berücksichtigt die vergaberechtlichen Aspekte und reduziert landesweit den Verwaltungsaufwand.

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