Neunkirchen-Seelscheid: Wärmeversorgung saniert - keine einzige Mark investiert

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Dass eine Gemeinde die Wärmeversorgung einer Schule saniert ist nichts Besonderes. Dass die Schule eine völlig neue Energiezentrale im Wert von 450 000 Mark erhält, ohne selbst eine einzige Mark zu investieren, hingegen schon. Möglich wurde diese Sanierung durch die Finanzierungsalternative Contracting: Das Projekt wurde kürzlich im Rahmen einer Informationsveranstaltung der rhenag und der Landeseinrichtung Energieagentur NRW in der Hauptschule Neunkirchen-Seelscheid vorgestellt und offiziell eingeweiht.


An diesem Projekt beteiligt war die vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium initiierte Landeseinrichtung Energieagentur NRW, die als neutrale Anlaufstelle den Schulträger und den Contractor - in diesem Fall die rhenag - zusammengeführt hat. "Hier handelt es sich um eines jener seltenen Projekte", betonte Christian Tögel, Energieberater bei der Energieagentur NRW, "bei dem alle Beteiligten nur gewinnen. Der Contractor, der einen wirtschaftlichen Gewinn erzielt, die Schule, deren Betriebskosten durch Energierationalisierung sinken, ohne dass sie eine einzige Mark investieren musste, und die Umwelt, die durch weniger Schadstoffemissionen belastet wird." Die Primärenergieeinsparung und damit verminderte Kohlendioxid-Emissionen liegen hier bei über 60 Prozent - "ökologisch also sehr wertvoll," so Tögel. Mit der hier eingesparten Energie ließen sich 40 Einfamilienhäuser beheizen.


Kennzeichen des Contracting-Modells ist, dass die Energieversorgungsanlagen eines Gebäudes nicht mehr vom Gebäudeeigentümer gekauft, gewartet und betrieben werden, sondern dies in Form eines Outsourcing von einem externen Unternehmen übernommen wird. Dies kann z.B. ein Hersteller von Heizanlagen, ein Dienstleister der Energietechnik oder ein örtliches Energieversorgungsunternehmen sein. Dieser so genannte "Contractor" investiert, wartet und betreibt die Energieerzeugungs- und -verteilungsanlagen des Gebäudes. Der Kunde bezahlt nur noch für die benötigte Nutzenergie, z.B. die Wärme. Da neueste Energieeffizienztechnologie eingesetzt wird, fallen die Betriebskosten geringer aus als bei älteren Anlagen. Der Contractingvertrag zwischen der rhenag und der Gemeinde läuft beim Projekt Hauptschule Neunkirchen-Seelscheid 15 Jahre, danach geht die Anlage in den Schulbesitz über. "Bei der Hauptschule Neunkirchen-Seelscheid handelte es sich um den Komplettaustausch der vorhandenen Nachtstromspeicherheizung," erklärte Christoph Butterweck von der rhenag. Die alte Anlage war 25 Jahre alt und in schlechtem Zustand. Eingebaut wurde jetzt modernste und effizienteste Technik: eine Warmwasser-Pumpenheizung mit Erdgas-Brennwerttechnik. Es ist vorgesehen, eine geplante Realschule in Neunkirchen-Seelscheid ebenfalls über diesen Contracting-Vertrag zu versorgen. Für diese Schule würde dann ein zweiter Kessel im Keller der Sporthalle installiert, die notwendigen Versorgungsleitungen wurden bereits jetzt verlegt.

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