Enzymmischung

Neues Verfahren soll Biogas-Produktion billiger machen

Wissenschaftler der Universität Bonn haben ein Verfahren entwickelt, das die Effektivität von Biogasanlagen um 30 bis 50 Prozent steigern könnte. Dabei sollen aus verschiedenen Schimmelpilzmischungen produzierte Enzymmischungen die Methan-Produktion in Biogasanlagen ankurbeln.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp-nrw/sm) - Mit einem neuen Verfahren wollen Wissenschaftler der Universität Bonn den Betrieb von Biogasanlagen erheblich effektiver machen. Enzymmischungen, die von verschiedenen Schimmelpilzen produziert werden, sollen die Methan-Produktion in Biogasanlagen ankurbeln, wie der Uni-Wissenschaftler Udo Hölker heute in Bonn mitteilte.

Das leicht brennbare Gas Methan ist sowohl zur Stromerzeugung in Block-Heizkraftwerken wie auch für Brennstoffzellen geeignet. Erzeugt wird das Gas durch so genannte "methanogene" Bakterien, die aus nahezu allen organischen Abfällen Methan erzeugen können. Dazu gehören nachwachsende Rohstoffe, Futtermittelabfälle, Molkerei-Rückstände oder Essensreste aus Restaurants.

Die in Bonn entwickelte Methode ermöglicht auch die Methan-Produktion aus Zellulose und anderen Stoffen, an denen die methanogenen Bakterien bislang gescheitert sind. Bei diesen Stoffen benötigen die Bakterien die Hilfe von besonderen Enzymen, um die Rohstoffe in für sie verdauliche Häppchen zu zerlegen. Diese bislang sehr teuren Enzyme können nun kostengünstig aus bestimmten Pilzen generiert werden. Laut den Bonner Laborversuchen ist die Biogasausbeute auf diese Weise um 30 bis 50 Prozent höher als ohne Enzymzusatz. Gleichzeitig sei der Preis für diese Methode im Vergleich zu auf dem Weltmarkt hinzugekauften Enzymen "konkurrenzlos günstig".

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