Klimapolitik

Neues Vattenfall-Kraftwerk erhöht Emissionen in Sachsen

Die sächsischen Grünen sind nicht begeistert von dem Plan des Energiekonzerns Vattenfall, in den nächsten Jahren am Standort Boxberg ein neues Braunkohlekraftwerk zu bauen. Grund: Die sächsischen Kohlendioxid-Emissionen würden sich in diesem Fall um acht Prozent auf 55 Millionen Tonnen erhöhen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Das geplante neue Braunkohlekraftwerk des Energiekonzerns Vattenfall Europe in Boxberg wird die Kohlendioxid-Bilanz Sachsens mit zusätzlichen 4,4 Millionen Tonnen belasten. Das geht aus einer "Kleinen Anfrage" der Grünen-Fraktion im Landtag hervor, die heute in Dresden veröffentlicht wurde.

Sollte das Kraftwerk wie geplant ans Netz gehen, würden sich die sächsischen Kohlendioxid-Emmissionen mit einem Schlag um acht Prozent auf dann mehr als 55 Millionen Tonnen pro Jahr erhöhen, erklärte der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Johannes Lichdi. Eine Unterstützung des Vorhabens seitens der Staatsregierung wäre verantwortungslos, zumal sie eingeräumt habe, alternative energiepolitische Szenarien nicht geprüft zu haben.

Die Grünen kritisierten in diesem Zusammenhang erneut, dass Sachsen seine klimapolitischen Ziele weit verfehlt habe. Statt einer Absenkung der Ausstöße habe man im Freistaat eine Zunahme verzeichnen müssen, kritisierte Lichdi. Umweltminister Stanislaw Tillich (CDU) hatte im November bei der Vorstellung des Berichts eingeräumt, dass sich der Kohlendioxi-Ausstoß in Sachsen zwischen 1998 und 2003 um 10,3 Millionen Tonnen auf insgesamt 51 Millionen Tonnen erhöht habe.

Der Vattenfall-Konzern plant, in den nächsten Jahren am Standort Boxberg ein neues Braunkohlekraftwerk mit einer Leistung zwischen 600 und 800 Megawatt Leistung zu errichten. Zur Versorgung des Werkes soll der seit 1999 stillgelegte Tagebau Reichwalde wieder in Betrieb genommen werden.

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