Gothaer und Bundesverband WindEnergie

Neues Konzept zur Versicherbarkeit von Windenergieanlagen

Windenergieanlagen sind weiterhin zu wirtschaftlichen Konditionen versicherbar. Das neue Konzept der "Zustandsorientierten Instandhaltung" soll für eine zielgenauere Risikoverteilung zwischen Versicherer, Betreiber und Hersteller als bisher sorgen. Entwickelt wurde das Konzept von der Gothaer Versicherung und dem Bundesverband WindEnergie.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die zunehmende Leistungsfähigkeit von Windenergieanlagen und das hohe Innovationstempo des deutschen Windenergiemarktes haben in den letzten Monaten zu einer Diskussion über die zukünftige Versicherbarkeit von Windenergie geführt. Nach Schätzungen des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft standen im Jahr 2002 30 Millionen Euro an Versicherungsbeiträgen für die Maschinen- und Betriebsunterbrechungs-Versicherung von Windenergieanlagen und der Betriebsunterbrechung fast 45 Millionen Euro an Schadenaufwendungen gegenüber. Die Versicherung von Windenergieanlagen ist mit den bisherigen Modellen daher in einigen Bereichen nicht profitabel. "Um die Versicherbarkeit von Windenergieanlagen langfristig zu gewährleisten, müssen alle Beteiligten aus Fehlern lernen. Es kann nicht nur darum gehen Schäden bei Versicherern einzureichen. Ziel muss es sein, zukünftige Schäden zu vermeiden", kommentiert der Präsident des BWE, Dr. Peter Ahmels die Situation.

Branchenüblich ist bisher die in der Revisionsklausel vorgesehene "vorbeugende Instandhaltung". Dies bedeutet, dass eine Vielzahl von Bauteilen - unabhängig von deren Zustand - regelmäßig prophylaktisch ausgetauscht werden müssen. Dieser prophylaktisch vorgenommene Austausch ist aus Gothaer- und BWE-Sicht nicht der richtige Weg zur gemeinschaftlichen Sanierung der Branche. "Neue Modelle der Risikominimierung, die auch die Ausfallzeiten der Anlagen reduzieren, waren erforderlich", beschreibt Dr. Stephan Zilkens, Leiter Firmenkunden Sachversicherungen bei den Gothaer Versicherungen die Ausgangssituation. Deshalb hat die Gothaer gemeinsam mit dem BWE die sogenannte "Zustandsorientierte Instandhaltung" entwickelt. Das Konzept sieht regelmäßige Sachverständigenprüfungen vor, durch die der tatsächliche Zustand der Windenergieanlage festgestellt wird. Auf diese Weise werden Initialschäden frühzeitig erkannt und Instandhaltungsmaßnahmen samt Instandhaltungszeiträumen definiert. "Diese systematische Früherkennung und Behebung von Schäden hilft den Versicherern, den Herstellern und den Anlagenbetreibern kostspielige Folgeschäden im Sachschaden und im Ertragsausfallbereich zu vermeiden", beschreibt Zilkens die Vorteile für alle Beteiligte.

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