In Ludwigshafen

Neues BASF-Kraftwerk mit 90 Prozent Nutzungsrad

Auf dem BASF-Gelände in Ludwigshafen ist gestern eines der weltweit energieeffizientesten Kraftwerke ans Netz gegangen. Nach Angaben des Erbauers Siemens liegt der Nutzungsgrad bei 90 Prozent. Der Gas- und Dampfturbinen-Generator soll stündlich 440 Megawatt Strom und 650 Tonnen Dampf erzeugen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Ludwigshafen (ddp-rps/sm) - Bei der BASF in Ludwigshafen soll bei der Stromproduktion ab sofort möglichst keine Energie mehr "zum Fenster hinaus" gejagt werden. Am Donnerstag nahm der Chemie-Konzern auf seinem Werksgelände ein neues Kraftwerk in Betrieb, das künftig 440 Megawatt Strom pro Stunde liefern soll. Das besondere der Anlage liegt im Grad der Brennstoffausnutzung: Denn dieser Wirkungsgrad liegt nach Angaben des Erbauers Siemens bei 90 Prozent. Für ein Kraftwerk dieser Größe erreicht die Energieeffizienz damit nach Expertenansicht einen globalen Spitzenwert.

Die Gas- und Dampfturbinen-Anlage arbeitet mit Kraft-Wärme-Kopplung und liefert außer Strom auch 650 Tonnen Dampf pro Stunde. BASF will die erzeugte Energie ausschließlich auf dem Werksgelände selbst verbrauchen. Die großen Mengen Dampf sollen für nötige Wärme in der Produktion und für die Gebäudeheizung verwendet werden. Mit dem neuen Kraftwerk generiert BASF an seinem Ludwigshafener Standort jetzt 65 Prozent seines Strombedarfs selbst.

Herzstück der 240 Millionen Euro teuren Anlage sind zwei erdgasbefeuerte Gasturbinen mit einer Stromleistung von je 180 Megawatt. Die Drehbewegung der Turbinen wird an einen Generator übertragen, der wie ein überdimensionierter Fahrraddynamo elektrische Energie erzeugt. Mit den entstehenden heißen Abgasen wird in einem Abhitzkessel Dampf hergestellt, der einen weiteren Stromgenerator antreibt.

Gemeinsam mit dem stellvertretenden BASF-Vorstandsvorsitzenden Eggert Voscherau drückte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) am Donnerstag den Startknopf der Anlage. Beck bezeichnete das neue Kraftwerk wegen seiner Effizienz als Beweis dafür, dass Ökonomie und Ökologie vereinbar seien. Deutschland zeige damit "Technologieoffenheit" und habe keinen Grund, die eigene Zukunft "in düsteren Farben zu malen". Voscherau betonte, mit der Entscheidung für das Kraftwerk sei auch das Bekenntnis verbunden, den Standort Ludwigshafen "auf längere Sicht erfolgreich zu betreiben".

Von ddp-Korrespondent Stefan Höhle

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