Straff

Neuer RWE-Chef plant radikalen Konzernumbau

Generationswechsel beim größten deutschen Energiekonzern: Seit März leitet der 53-jährige Niederländer Harry Roels den Konzern und hat jetzt erstmals seine Pläne zum Umbau des Unternehmens bekannt gegeben. Er will den Führungs- und Koordinierungsaufwand verringern und deshalb Vertrieb und Führungsstrukturen straffen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

"2003 steht ganz im Zeichen der Konsolidierung. Dafür brauchen wir vorallem eins: Disziplin", schwor RWE-Vorstandschef Harry Roels die etwa 5000 Aktionäre auf der ersten Eigentümerversammlung seiner Amtszeit letzte Woche in Essen auf seinen Kurs ein. Er will den Vertrieb straffen, die Zahl der Führungsgesellschaften reduzieren und den Bereich Braunkohle-Gewinnung mit der Kraftwerkssparte verbinden. Zudem sollen Synergien in der Stromerzeugung genutzt werden. Im Sommer will er alle denkbaren Strukturanpassungen konzernintern vorstellen.

Dabei will Roels auch die Integration der zugekauften Gesellschaften Transgas, Innogy und American Waterworks vorantreiben. Weitere größere Investitionen seien nicht geplant, sagte er seinen Aktionären.

Generell zeigte er sich vorsichtig beim Ausblick auf die mittelfristige Entwicklung des Konzerns: American Waterworks wird wohl erst 2006 seine Kapitalkosten verdienen und Thames Water müsse mehr ins Leitungsnetz investieren als geplant. Eine ebenfalls unschätzbare Größe sei die für 2004 in Deutschland geplante Regulierungsbehörde und der geplante Handel mit Emissionsrechten.

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