Neuer Ratgeber: "Energiespar-Contracting" - Mehr Geld in öffentlichen Kassen

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
"Viele öffentliche Gebäude haben einen unnötig hohen Energieverbrauch. Das muss nicht sein: Es widerspricht nicht nur dem Stand der Technik, es läuft auch den Zielen der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung zuwider", heißt es aus dem Umweltbundesamt. Abhilfe soll jetzt das "Energiespar-Contracting" bringen. Hierbei erschließt ein externer Dienstleister Energiesparmöglichkeiten in öffentlichen Gebäuden und setzt konkrete Maßnahmen in eigener Verantwortung um. Die notwendigen Investitionen werden aus den eingesparten Kosten finanziert. Folge: Die Betriebskosten sinken, ohne die öffentlichen Investitionshaushalte zu belasten. Die Parlamentarische Staatssekretärin Simone Probst und der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge, stellten heute auf einer Fachtagung in Berlin die Vorteile des innovativen Konzeptes in Form eines Ratgebers vor.


"Klimaschutz ist ein zentrales Anliegen der deutschen Umweltpolitik. Alle Akteure müssen hierzu ihren Beitrag liefern. Auch die Bundesregierung stellt sich dieser Verantwortung", betonte Probst zu Beginn der Tagung. Im kürzlich verabschiedeten Klimaschutzprogramm der Bundesregierung liege ein Schwerpunkt in den Gebäuden, die über erhebliche Einsparpotenziale verfügen. "Gerade hier können Bund, Länder, Städte und Kommunen noch viel für den Klimaschutz tun", bekräftigte die Parlamentarische Staatssekretärin. "Energiespar-Contracting dient dem Klimaschutz und schont zugleich die öffentlichen Haushaltskassen", hob UBA-Präsident Troge hervor. Erfolgreiche Beispiele nennt die Broschüre "Energiespar-Contracting als Beitrag zu Klimaschutz und Kostensenkung". Erarbeitet wurde sie von der Arbeitsgemeinschaft Öko-Institut Büro Berlin und Berliner Energieagentur.


Troge räumte ein, dass es auch Vorbehalte gegen das Contracting gebe. Das liege an unterschiedlichen Genehmigungsvorschriften und haushaltsrechtlichen Handhabungen in den einzelnen Bundesländern. "Eine Anpassung an die weniger restriktiven Vorgaben der Länder Nordrhein-Westfalen und Hessen würde die Umsetzung solcher Projekte erleichtern", so der UBA-Präsident. Dem Einwand, durch sinkende Energiekosten lohne sich das Sparen nicht, konterte Troge mit der Feststellung, dass die Preise gegenwärtig und erst recht längerfristig steigen. In vielen öffentlichen Gebäuden seien zudem so große Einsparpotenziale vorhanden, dass deren Erschließung auch bei heutigen - niedrigen - Preisen wirtschaftlich sei. Auch Simone Probst unterstrich angesichts des sich abzeichnenden langfristigen Strompreisanstiegs und dem "Ende der paradiesischen Zustände beim Erdölpreis" die Bedeutung des Contractings. "Energiespar-Contracting macht gerade heute Sinn. Ich sehe keinen Grund, Entwarnung zu geben. Im Gegenteil: Es gibt viele Argumente, Entlastung zu suchen und nicht länger abzuwarten", betonte die Staatssekretärin.


Der Ratgeber "Energiespar-Contracting als Beitrag zu Klimaschutz und Kostensenkung" ist kostenlos zu beziehen beim Umweltbundesamt, Zentraler Antwortdienst, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, Telefax 030-89 032912. Dort ist auch ein Faltblatt erhältlich.

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