Energieagentur NRW

Neuer Leitfaden "Energieoptimierte Rechenzentren und EDV-Räume"

Dr. Axel Horstmann fordert die Unternehmen und Kommunen in NRW auf, den Energieverbrauch in ihren Rechenzentren zu überprüfen. "Hier ist ein Bereich, dem wir uns dringend verstärkt zuwenden müssen. Denn im IT-Bereich wird die Energie zunehmend zum echten Kostenfaktor. Gleichzeitig liegen Sparpotentiale im großen Maßstab brach", sagte der nordrhein-westfälische Energieminister.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Vor diesem Hintergrund hat die Energieagentur NRW jetzt eine im Auftrag des Energieministeriums erstellte Broschüre zur ökonomischen Energieverwendung in Rechenzentren und EDV-Räumen vorgelegt. Diese richtet sich speziell an Wirtschaftsunternehmen und EDV-Beauftragte in Kommunen. "Ein hohes Sicherheitsbedürfnis gepaart mit Wissenslücken zum rationellen Energieeinsatz in Rechenzentren schüren bei den Anwendern die Vorbehalte gegen das Energiesparen in diesen Bereichen", so der Minister. "Deswegen setzen wir hier auf die Informationsarbeit unserer Energieagentur NRW, die nicht nur bei den Unternehmen in Nordrhein-Westfalen ein ausgezeichnetes Image besitzt."

Das Rechenzentrum stellt in vielen Büro- und Verwaltungsgebäuden den größten Stromverbraucher dar, weil diese Räume häufig klimatisiert sind. "Der Technologiewechsel bei Großrechnern stellt heute geringere Anforderungen an die Raumtemperatur als früher", erläuterte Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW. Dies erlaube eine Optimierung vieler Einstellungen der Lüftungs- und Klimaanlage. "Heute reicht eine Temperatur in Rechenzentren von 26 Grad aus. In vielen Betrieben werden EDV-Räume aber auf 20 Grad gekühlt. Dies kostet schlichtweg zu viel Energie und Geld. Wer also das Herz der Informations- und Kommunikationstechnik in Schwung bringen möchte, kann - neben den Maßnahmen im laufenden Betrieb - mittels einer gewerkeübergreifenden Planung mit minimalen Gesamtkosten eine hocheffiziente Lösung erzielen", so Hüttenhölscher.

Zudem arbeiten Server in vielen Unternehmen oft ununterbrochen, so dass deren Energieverbrauch sich auf 40 bis 60 Prozent des Gesamtstromverbrauchs belaufen kann. Mit ihrem Infoblatt "Energieoptimierte Rechenzentren und EDV-Räume" soll aufgezeigt werden, wie mit geringem Aufwand der Energieverbrauch im IT-Bereich gesenkt werden kann. Betriebswirtschaftliche und sicherheitstechnische Bedenken werden durch Erfahrungswerte aus der Praxis rasch ausgeräumt: Fallbeispiele zeigen, dass Systeme mit einem hinterlegten Zeitprogramm dank des täglichen Reboots stabiler laufen als zuvor. Zugleich sind sie vor Hackerangriffen geschützt. Zudem lassen sich teils über 50 Prozent Energieersparnis für Server und die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) erzielen.

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