2012 ans Netz

Neuer EPR-Reaktor in Frankreich offenbar teurer als geplant

Die Kosten für den Bau des ersten Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Frankreich sind nach Presseangaben deutlich höher als geplant. Statt 3,3 Milliarden Euro veranschlage der Stromkonzern EDF nun über vier Milliarden Euro für das Projekt im nordfranzösischen Flamanville am Ärmelkanal, berichtete die Zeitung "Le Figaro".

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Paris (AFP/sm) - Dies werde EDF am Donnerstag bei einem Treffen mit Investoren bekannt geben. Grund seien die Aufwertung des Euro, höhere Kosten für Rohstoffe und eine Reihe von technischen Problemen, die den Bau gegenüber der ursprünglichen Schätzung aus dem Jahr 2005 verteuert hätten.

Anstatt 46 Euro pro Megawatt würden die Kosten für die Stromproduktion nun mit 55 Euro veranschlagt, berichtete die Wirtschaftszeitung "Les Echos". Dies wären analog zu den Baukosten rund 20 Prozent mehr. Die Zeitung verwies dabei auf höhere Sicherheitsauflagen. Zudem müsse ein nicht vorgesehener Tunnel für Ableitungsschächte gebaut werden. Laut "Figaro" wird EDF entgegen Spekulationen über weitere Verzögerungen am Zeitplan für das Kraftwerk festhalten. Es solle weiter 2012 ans Netz gehen. Der Atomkonzern Areva hatte jüngst erklärt, der EPR werde erst 2013 ans Netz gehen. EDF hatte darauf den Starttermin ein Jahr früher nochmals bestätigt.

Der erste EPR-Reaktor überhaupt wird derzeit in Finnland gebaut, er sollte ursprünglich im kommenden Jahr fertigwerden, geht aber nach etlichen Verzögerungen nicht vor 2012 ans Netz. Der "European Pressurized Water Reactor" soll leistungsfähiger und sicherer als frühere Generationen von Atomkraftwerken sein. Entwickelt hat ihn Areva zusammen mit dem Münchner Siemens-Konzern. Areva hat bereits zwei EPR an China verkauft und hofft auf weitere Aufträge aus anderen Ländern wie den USA.

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