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Neuer Betreiber für Steinkohlekraftwerk Lubmin soll her

Nach dem Verzicht des dänischen Energiekonzerns Dong Energy auf den Bau eines Steinkohlekraftwerks in Lubmin setzt sich der Wirtschaftsrat Mecklenburg-Vorpommern für einen neuen Betreiber ein. Man dürfe nicht nur die Windenergie im Fokus haben, so die Haltung des Ratsvorsitzenden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Lubmin (ddp/red) - Die Landesregierung müsse einen neuen Betreiber für das Kohlekraftwerk finden und das Genehmigungsverfahren zu einem positiven Ende bringen, forderte der Ratsvorsitzende Andreas Mau am Mittwoch auf einem Jahresempfang in Lubmin.

Es müssten sämtliche wirtschaftlich sinnvollen Möglichkeiten der Energieerzeugung und Energieverteilung berücksichtigt werden. Der Bau und Betrieb des Werkes hätte einen erheblichen positiven Effekt für den Landeshaushalt und die regionalen kommunalen Haushalte, sagte Mau. Der Standort Lubmin verfüge mit seinem Hafen, der Anbindung an die geplante Ostseepipeline, den vorgesehenen Gas- und Kohlekraftwerken und den Produktionsstätten für Offshore-Windparks über ideale Voraussetzungen für ein Energiekompetenzzentrum.

Der Wirtschaftsrat appellierte an die Landesregierung, sich nicht allein für die Windenergie in Mecklenburg-Vorpommern stark zu machen. "Auch neue Kraftwerke sind vonnöten, damit Spannungsschwankungen im Windenergie-Stromnetz ausgeglichen werden können," sagte Mau. Zudem würden Kraftwerke bedeutende Wachstumspotenziale für nachgelagerte Industrieansiedlungen sichern.

Dong Energy war Ende vergangenen Jahres nach heftigen Protesten von seinen Kohlekraftwerksbauplänen in Lubmin zurückgetreten. Das Unternehmen wollte ursprünglich am früheren Atomstandort für rund 2,3 Milliarden Euro ein Steinkohle Kraftwerk mit 1600 Megawatt Leistung errichten.

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