Ökologisch sinnvoll

Neue Studie zu Schaltanlagen: SF6 ohne Nachteile für die Umwelt

Eine neue Studie von VDN und ZVEI hat ergeben, dass das Isoliermedium Schwefelhexafluorid (SF6) in Schaltanlagen im Vergleich zu luftisolierten Anlagen keine Nachteile aufweist. Die Verwendung von SF6 in Schaltanlagen hätte sich als ökologisch sinnvoll erwiesen, berichten die Verbände.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Isoliermedium Schwefelhexafluorid (SF6) in Schaltanlagen weist im Vergleich zu luftisolierten Anlagen keine Nachteile auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Schaltanlagenherstellern, Netzbetreibern sowie eines SF6-Produzenten. Anlagenhersteller und Stromnetzbetreiber haben die Studie im Mai 2004 dem Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftministerium übergeben.

Wie der Verband der Netzbetreiber (VDN) und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) weiter mitteilen, vergleicht die Untersuchung Effekte luftisolierter mit SF6-isolierten Schaltanlagen im Mittelspannungsbereich. Die Studie wurde nach internationalen Normen durchgeführt und von einem TÜV-Gutachter geprüft.

Ergebnis: SF6 ökologisch sinnvoll

Die Verwendung von SF6 in Schaltanlagen hätte sich als ökologisch sinnvoll erwiesen, berichten die Verbände. Das Ergebnis der Umwelt-Studie sei bereits in den aktuellen Entwurf einer europäischen Verordnung zu fluorierten Treibhausgasen eingeflossen. In allen untersuchten Umweltkategorien schneidet die SF6-Technik besser ab: Auf Grund der kompakteren Bauweise der SF6-isolierten Schaltanlagen, so die Studie, sei der Energieaufwand für Material und Herstellung der Anlagen erheblich niedriger. Die dreifach bessere Isolierwirkung von SF6 ermögliche eine Platz sparende Bauweise, einen erhöhten Schutz der Schaltanlage vor Umwelteinflüssen und eine längere Nutzungsdauer.

Netzbetreiber sollten entscheiden

Insgesamt bewertet die Studie den Beitrag aus Schaltanlagen für die Ökobilanz des gesamten Stromverteilungsnetzes als eher unbedeutend. Die Auswahl der jeweils konkret einzusetzenden Schaltanlagentechnik, so die Verbände, sollte den Netzbetreibern überlassen bleiben. Neben den Umweltaspekten müssten Wirtschaftlichkeit, Versorgungszuverlässigkeit und Personensicherheit beachtet werden.

Rund 70 Prozent der deutschen Produktion von SF6-isolierten Mittelspannungsanlagen werde exportiert. Die Beibehaltung der Herstellung am Standort Deutschland sichere rund 5000 Arbeitsplätze in großen und mittelständischen Unternehmen.

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