Fehlendes Altholz

Neue Studie: Potential für Holzkraftwerke ist begrenzt

Einer Studie der Niedersächsischen Energie-Agentur zufolge, wird es bei den Biomasse-Kraftwerken in Deutschland nur ein beschränktes Wachstum geben. Grund: Die 3,5 Millionen Tonnen Altholz, die jährlich zur energetischen Verwertung zur Verfügung stehen, können den Bedarf nicht decken. Ein Import von Altholz sei zudem auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bundesweit wird es bei den Biomasse-Kraftwerken nur ein beschränktes Wachstum geben. Der Grund dafür: Es fehlt an Altholz. Nur die Hälfte der etwa 60 geplanten Vorhaben mit einer elektrischen Gesamtleistung von 660 Megawatt wird aller Voraussicht nach realisiert werden können. Zu diesem Ergebnis kommen eine Marktanalyse der Niedersächsischen Energie-Agentur sowie eine Umfrage des Ökoenergien-Magazins "Neue Energie" bei weitgehend allen potentiellen Betreibern der Altholz-Kraftwerke.

Demnach stehen zurzeit jährlich etwa 3,5 Millionen Tonnen Altholz zu wirtschaftlichen Preisen für die energetische Verwertung in Deutschland zur Verfügung. Dagegen beläuft sich das Volumen der 55 geplanten Projekte, die sich an der Umfrage der Neuen Energie beteiligten, auf fast 5,25 Millionen Tonnen. Allein schon auf die 14 Anlagen, die im Bau sind, und die weiteren elf Kraftwerke, die schon von den zuständigen Behörden genehmigt sind, entfallen 2,5 Millionen Tonnen. Entsprechend einsilbig reagierten viele der befragten Planer auf die Frage nach längerfristigen Bezugsverträgen mit Altholzverwertern.

Jörg Buddenberg, Geschäftsführer der Niedersächsischen Energie-Agentur GmbH: "Wir gehen davon aus, dass es bis 2004 bundesweit 25 bis 30 größere und kleinere Altholz-Kraftwerke genehmigt sind." Nach der seit einem Jahr gültigen Biomasse-Verordnung müssen Altholz-Kraftwerke bis Juli 2004 genehmigt sein, damit die Betreiber die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhöhte Vergütung von bis zu neun Cent je Kilowattstunde erhalten können. Da ein Import von Altholz beispielsweise aus Skandinavien wegen der hohen Transportkosten auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich ist, bietet sich für die zweite Phase von Biomasse-Kraftwerken die Nutzung von Waldresthölzern an. Jörg Buddenberg: "Das rechnet sich heute noch nicht, weshalb es empfehlenswert wäre, dieses Holz vor allem im Wärmemarkt einzusetzen."

Die Niedersächsische Energie-Agentur veranstaltet am 29. November 2002 in Fuhrberg bei Hannover eine Tagung zum Thema "Stromerzeugung aus Holzenergie". Dort wird die Untersuchung vorgestellt, die aktuelle Marktsituation anhand von Beispielprojekten dargestellt und die politischen Auswirkungen diskutiert.

Die Studie ist bei der Niedersächsische Energie-Agentur ab 29. November gegen einen Kostenbeitrag von 10 Euro (pdf-Dokument) oder 25 Euro (gebundene Fassung) zzgl.. Mehrwertsteuer zu beziehen.

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