Wuppertal Institut

Neue Studie: Gasemissionen niedriger als vermutet

Das Wuppertal Institut hat bei einer Untersuchung festgestellt, dass die vereinzelt anzutreffenden Aussagen über hohe Gasverluste im russischen Gasexportnetz unbegründet sind. Der größere Anteil der Treibhausgasemissionen entstehe nicht durch Leckagen, sondern durch die Antriebsenergie für den Transport des Erdgases nach Westeuropa und durch Wartungsarbeiten.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Eine neue Untersuchung des Wuppertal Instituts belegt die niedrigen Treibhausgas-Emissionen von Erdgas im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern. "Der Vergleich der vorhandenen Studien zeigt, dass die Treibhausgasbilanz von Erdgas der von Kohle oder Öl überlegen ist, erläuterte Prof. Dr. Peter Hennicke, Präsident des Wuppertal Instituts. "Dies", so Hennicke weiter, "wurde durch die Analyse der Treibhausgasemissionen der russischen Gasexporte gezeigt."

Durch den Vergleich zahlreicher Prozesskettenanalysen - zu Emissionen der Bereitstellung und Nutzung von Energieträgern - sowie durch eine Nachevaluierung der von Ruhrgas und Gazprom zusammen mit dem Max-Planck Institut für Atmosphärenchemie Mitte der 90er Jahre durchgeführten Messungen wurde ermittelt, dass die vereinzelt anzutreffenden Aussagen über hohe Gasverluste im russischen Gasexportnetz unbegründet sind. "Vielmehr stimmt die Mehrzahl der vorhandenen Studien darin überein, dass im Exportnetz der Gazprom nur relativ moderate Emissionen entstehen", so Hennicke, der außerdem betonte: "Der größere Anteil der Treibhausgasemissionen entsteht nicht durch Leckagen, sondern durch die Antriebsenergie für den Transport des Erdgases nach Westeuropa und durch Wartungsarbeiten." Ruhrgas und Gazprom kooperieren bereits in einem international anerkannten Joint Implementation Projekt zur Reduzierung der Antriebsenergie.

Um die Ergebnisse der Methanmessungen aus den 90er Jahren zu aktualisieren, hat das Wuppertal Institut ein neues Messprogramm konzipiert. Bereits im Sommer dieses Jahres wurden in Kooperation mit Ruhrgas, Gazprom sowie dem Moskauer Institut Institut VNIIGAZ und unter Begleitung des Max-Planck-Instituts Untersuchungen in Teilen des russischen Ferngasnetzes durchgeführt. Gemessen wurde in den Transportstrecken von Mostransgaz und Sewergazprom, beides Tochtergesellschaften der OAO Gazprom. Weitere Messungen am Ferngasnetz eines weiteren Tochterunternehmens sind in Vorbereitung.

Die bei der Untersuchung ermittelten Messwerte werden zur Zeit statistisch ausgewertet. "Vieles deutet darauf hin, dass die niedrigen Emissionswerte früherer Messungen bestätigt werden können," so der Projektleiter Stefan Lechtenböhmer. Die vollständige Auswertung der Messdaten soll gegen Ende diesen Jahres vorliegen.

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