Impulsgeber

Neue Spothandelsgesellschaft European Power Exchange kommt

Deutsch-französische Zusammenarbeit auf dem Strommarkt: Die Powernext und die EEX wollen ihre gesamten Spothandelsaktivitäten für Strom bis zum Ende des Jahres unter dem Dach der neu errichteten Gesellschaft European Power Exchange zusammenführen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Paris/Leipzig (red) - Die am Freitag erfolgte Gründung und Eintragung in das zuständige Handelsregister der neuen Spotmarktgesellschaft unter dem Namen European Power Exchange (EPEX Spot SE) wurde als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Integrierung der gesamten Handelsaktivitäten im Bereich Stromspothandel der beiden Energiebörsen EEX und Powernext mit Sitz in Leipzig und Paris bezeichnet. Beide Partner halten jeweils 50 Prozent der Anteile der neuen Societas Europaea (SE) mit eingetragenem Sitz in Paris.

Die Zusammenarbeit zwischen der EEX und Powernext, die nicht nur den Spot-, sondern auch den Terminmarkt und das Clearing umfasst, könnte zum Impulsgeber für den gesamteuropäischen Strommarkt werden, hofft man in Frankreich und Deutschland gleichermaßen. Während es für den Endverbraucher von Vorteil ist, viele Stromanbieter zu haben, unter denen er wählen kann, ist auf Großhandelsebene im Sinne eines einheitlichen europäischen Binnenmarktes eine Zusammenarbeit der Handelsplätze erstrebenswert.

Die Errichtung einer Societas Europaea (SE) gestattet es, in verschiedenen Mitgliedstaaten der Europäischen Union handelsgerichtlich eingetragene Unternehmen zu fusionieren bzw. Holdinggesellschaften oder ein gemeinsames Tochterunternehmen zu gründen. Praktische und juristische Beschränkungen, die auf das Bestehen verschiedener Rechtssysteme zurückzuführen sind, werden dabei vermieden.

Das Unternehmen wird von einem Board of Directors geführt, das vier Mitglieder umfasst: Jean-François Conil-Lacoste, Chief Executive Officer (CEO) der Powernext, wurde zum CEO der neuen Gesellschaft ernannt. Die weiteren Mitglieder des Boards sind Dr. Hans-Bernd Menzel, CEO der EEX, Iris Weidinger, Chief Financial Officer (CFO) der EEX, und Thierry Morello, Chief Operating Officer (COO) der Powernext.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ende-Mit-Kernenergie

    Energiewende fordert ihren Tribut: RWE und Eon kämpfen

    Die Energiewende ist fünf Jahre nach der Atomkatastrophe voll im Gange. Auf der einen Seite sind erneuerbare Energien auf dem Vormarsch und bringen neue Jobs. Auf der anderen Seite ist mit fossilen Kraftwerken kaum noch Geld zu machen – die großen Energiekonzerne leiden.

  • Gold als Geldanlage

    Energiehandel wird ab Oktober stärker kontrolliert

    Beim Energiehandel fließen Milliarden über die Tische großer Konzerne. Bisher gab es keine größere Kontrollinstanz, welche die Geldströme überwacht hätte. Ab Oktober wird sich das ändern: Dann wacht die Energieregulierungs-Agentur ACER über den Energiemarkt.

  • Hochspannungsmasten

    EEX hat Terminmarkt Strom in eigene Gesellschaft übertragen

    Die European Energy Exchange AG (EEX) setzt den Ausgründungsprozess ihrer Geschäftsbereiche planmäßig fort und hat das Strom-Terminmarktgeschäft in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert. Die EEX Power Derivatives GmbH, an der EEX zunächst 100 Prozent hält, geht rückwirkend zum 1. Januar 2008 an den Start.

  • Hochspannungsmasten

    EEX-Handelsergebnisse und Neuzulassungen im August

    Im August 2008 wurde an der European Energy Exchange (EEX) im Stromhandel insgesamt ein Volumen von 74,6 Terawattstunden umgesetzt. Im Vorjahresmonat lag das Handelsvolumen bei 94,3 TWh, also deutlich höher. Bei den Emissionsberechtigungen sah es genau andersherum aus.

  • Hochspannungsleitung

    EEX steigert Umsätze im ersten Halbjahr 2008 (Upd.)

    Die European Energy Exchange AG (EEX) hat im ersten Halbjahr 2008 ihre Umsätze deutlich gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte nach Angaben von EEX-Vorstandschef Hans-Bernd Menzel am Donnerstag mit der Zahl der Teilnehmer auch das Volumen im Handel mit Strom, Gas und im Terminhandel mit CO2-Zertifikaten zu.

Top