Baubeginn

Neue Solarmodulfabrik in Chemnitz für 125 Millionen Euro

Eine Solarmodulfabrik soll die größte neue Industrieansiedlung in Chemnitz seit der Wiedervereinigung werden. Die CTS Tandem Solar GmbH investiere dafür in einem kommunalen Gewerbegebiet rund 125 Millionen Euro, wie Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) am Freitag ankündigte.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Chemnitz (ddp-lsc/red) - Die Zustimmung des Stadtrates zum Grundstückskauf werde am 4. Juni erwartet. Der Freistaat Sachsen fördere die Erschließung mit mehr als zwei Millionen Euro. Im ersten Bauabschnitt sollen 120 bis 140 Arbeitsplätze entstehen.

Zweite Fabrik wird ab 2014 gebaut

Der Baustart ist nach Angaben von CTS-Geschäftsführer Fritz Skrzypczak in diesem Jahr geplant. Ende 2010 solle die Produktion von Dünnschichtmodulen beginnen. Die Kapazität der hergestellten Solarmodule werde bis 2012 auf 100 Megawatt hochgefahren. Abhängig von der Marktentwicklung sei ab 2014 der Bau einer zweiten Fabrik zur Verdopplung der Produktion vorgesehen.

In Chemnitz komme eine der weltweit modernsten Anlagen für Dünnschichtmodule mit Tandembeschichtung zum Einsatz. Dies sei eine Weiterentwicklung der sogenannten aSi(amorphes Silizium)-Technologie, wie Projektmanager Andreas Karolewski erläuterte. Dabei würden Zellen mit Silizium unterschiedlicher Struktur hintereinander geschaltet.

Solarzellen mit höherem Wirkungsgrad

Diese Tandem-Module erreichten einen höheren Wirkungsgrad als herkömmliche siliziumbasierte Dünnschichtmodule. Die Dünnschicht-Technologie sei insgesamt rohstoffsparender und kostengünstiger als die Herstellung von Solarzellen aus multikristallinem Silizium.

CTS ist nach eigenen Angaben eine Tochter der CPB GmbH Bad Homburg. Der Projektentwickler befasse sich seit mehr als 25 Jahren mit dem Bau von Industrie- und Kraftwerksanlagen, vor allem im Nahen und Mittleren Osten. Der internationale Markt für das noch relativ neue Geschäftsfeld Solartechnologie solle von Sachsen aus bearbeitet werden. Auch eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung sei in Chemnitz geplant.

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