Offshore-Notfalldienst

Neue Notfallkonzepte für Windanlagen auf See

So langsam nehmen die Rettungskonzepte für Offshore-Notfälle Gestalt an. Am Donnerstag wurde in Emden der erste speziell für solche Notfälle an der deutschen Küste umgebaute Rettungshubschrauber in Dienst gestellt. Das tut Not, denn bei Arbeitsunfällen auf den Windparks in der Nordsee waren jüngst drei Menschen ums Leben gekommen.

Windenergie© psdesign1 / Fotolia.com

Emden (dapd/red) - "Die medizinische Versorgung muss überall möglich sein, und das auf hohem Niveau", sagte Niedersachsens für die Luftrettung zuständiger Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Zugleich forderte er den Bund auf, sich zu seiner Verantwortung für die Grundversorgung in der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone, auch 200-Meilen-Zonen genannt, vor der deutschen Küste zu bekennen.

Streit über die Zuständigkeiten

"Der Bund ist bei Notfällen wie Massenunfällen zuständig, er versucht aber noch, die Zuständigkeit auf die Länder abzuwälzen", erklärte der Minister. Er sei dennoch optimistisch, dass Anfang kommenden Jahres eine Lösung gefunden wird und entsprechende Verträge unterzeichnet werden. "Es ist unverantwortlich, länger zu zögern", fügte Schünemann hinzu.

30 Notfall-Einsätze in eineinhalb Jahren

Seit eineinhalb Jahren bietet die Emder Firma Northern Helicopter gemeinsam mit einem Tochterunternehmen des Deutschen Roten Kreuzes aus Westerstede (Landkreis Ammerland) und dem Klinikum Oldenburg einen Offshore-Luftrettungsdienst mit rund um die Uhr besetzter Leitstelle an. 30 Notfall-Einsätze seien seitdem geflogen worden, sagte Geschäftsführer Frank Zabell.

Hubschrauber mit besonderer Reichweite

Die Firma nahm am selben Tag ihren zweiten Hubschrauber in Betrieb. Der speziell für die Bedürfnisse auf hoher See umgebaute Helikopter vom Typ Eurocopter AS 365 wurde auf den Namen "Seacloud" (Meereswolke) getauft. Er verfügt über eine besonders hohe Reichweite und eigens für die Einsätze auf See konzipiertes Equipment. Daten und Bilder des Verletzten sollen schon während des Fluges online an die Klinik übermittelt werden. Das Investitionsvolumen lag den Angaben zufolge bei 2,5 Millionen Euro.

Kunden des Offshore-Notfalldiensts sind Betreiber von Windparks in der Nordsee. Einer von ihnen ist das Emder Unternehmen BARD, das 90 Kilometer nördlich der Insel Borkum mit bis zu 500 Arbeitern den Park "BARD Offshore 1" baut. "Wir haben deutlich mehr internistische Notfälle als Unfälle, gerade in der letzten Woche wieder zwei", verdeutlichte Unternehmenssprecher Andreas Kölling die Notwendigkeit der Offshore-Rettungsdienste.

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