Hessen

Neue Energie-Standards für staatliche Gebäude

Bei staatlichen Bauten gelten in Hessen ab sofort neue und einheitliche Standards für die Energieeffizienz. Neubauten seien künftig so zu errichten, dass die Gebäudehülle die Anforderungen der seit Oktober 2009 gültigen Energiesparverordnung im Durchschnitt um 50 Prozent unterschreitet.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden (ddp/red) - Das kündigten Umweltministerin Silke Lautenschläger und Finanzminister Karlheinz Weimar (beide CDU) am Montag in Wiesbaden an. Dieser Richtwert entspreche dem Energieeffizienz Niveau sogenannter Passivhäuser.

Das Ziel der neuen Richtwerte, die auch für bestehende Bauten gelten sollen, sei die "nachhaltige Verminderung von Treibhausgas-Emissionen", sagte Lautenschläger. Den Angaben zufolge werde derzeit überprüft, ob die verschärften Standards nachträglich angewendet werden können. Die neuen Standards gelten ferner auch für Hochschulgebäude und für sogenannte Public Private Partnership-Bauprojekte, hieß es.

Mit den aufgestellten Anforderungen sei Hessen "der Zeit energiepolitisch weit voraus". Die nun landesweit verankerten Werte seien flächendeckend in Deutschland im Zuge einer neuen EU-Regelung erst im Jahr 2019 zu erwarten.

Die Grünen begrüßte die neuen ökologischen Standards. "Allerdings sind die Vorstellungen zur klimaneutralen Sanierung der vielen Altbauten sehr vage geblieben. Hier muss es dringend konkret werden", forderte der parlamentarische Geschäftsführer Mathias Wagner. Er verwies darauf, dass die Grünen im vergangenen Jahr ein Klimaschutzkonzept vorgelegt hätten, das auch Forderungen nach dem Passivhausstandard für alle Landesgebäude enthalten habe.

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