Energiewende

Neue Berechnungen zum Anstieg der Strompreise

Einem "Spiegel"-Bericht zufolge erwartet das Wirtschaftsministerium kurzfristig steigende Strompreise im Bereich von 0,5 bis 1,5 Cent pro Kilowattstunde. Mittelfristig könnten bis zu fünf Cent mehr anfallen. Schuld daran sei weniger der Atomausstieg, sondern nicht zuletzt die starke Förderung der Photovoltaik.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (dapd/red) - Die Deutschen müssen sich einem Medienbericht zufolge auf höhere Strompreise durch die Energiewende einrichten - so viel scheint klar, nur über das Ausmaß wird diskutiert. Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab berichtete, wird in internen Berechnung des Bundeswirtschaftsministeriums erwartet, dass die Kilowattstunde Strom zunächst um 0,5 bis 1,5 Cent teurer wird. Mittelfristig könne der Strompreis um bis zu fünf Cent steigen.

Strompreise könnten um bis zu fünf Cent klettern

Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden würde demnach um bis 175 Euro zusätzlich im Jahr belastet. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) rechnet laut "Spiegel" ebenfalls mit einem deutlichen Anstieg der Strompreise um bis zu fünf Cent. Ursache sei der planlose Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem der zu teuren und ineffizienten Photovoltaik.

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