Pläne

Neue atomare Anlage soll 2012 in Gorleben entstehen

Auf dem Gelände des Atommüllzwischenlagers Gorleben soll eine weitere atomare Anlage entstehen. In dem Gebäude würden schwach- und mittelradioaktive Abfälle für ihren späteren Transport in das Endlager Schacht Konrad vorbereitet. Das Endlager Schacht Konrad soll voraussichtlich 2014 den Betrieb aufnehmen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Gorleben (ddp/red) - Das sagte der Sprecher der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS), Jürgen Auer, am Montag der Nachrichtenagentur ddp. Die Arbeitsschritte in dem sogenannten Prüf- und Qualifizierungsgebäude umfassten beispielsweise das Prüfen, Umpacken, Trocknen und Verfüllen des Atommülls in andere Behälter.

Der Neubau in Gorleben werde voraussichtlich 2012 beginnen und noch in demselben Jahr vollendet werden, sagte Auer. Die Kosten für die Anlage bezifferte er auf "einen einstelligen Millionenbetrag".

Die GNS, ein Tochterunternehmen großer Energieversorger, betreibt das Zwischenlager in Gorleben. Auf dem Areal befinden sich bislang die Halle für Castorbehälter mit hochradioaktiven Abfällen und das Abfalllager für weniger stark strahlenden Atommüll. Darin stehen etwa 2000 Gebinde aus Stahl, Gusseisen oder Beton. Die Abfälle stammen aus Atomkraftwerken, aus der Forschung, aus der Industrie und aus Krankenhäusern.

Die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle seien zwar schon vor ihrer Zwischenlagerung in Gorleben endlagergerecht verpackt worden und entsprächen damit den vorläufigen Annahmebedingungen des Endlagers Schacht Konrad von 1995, erläuterte Auer. Die endgültigen, erweiterten Bedingungen für die Annahme des Mülls in der Grube Konrad würden aber erst noch formuliert. "Entsprechend müssen die in Deutschland vorhandenen schwach- und mittelradioaktiven Abfälle qualifiziert werden", sagte Auer.

Dass durch die neue Anlage Gefahren für Menschen und die Umwelt entstehen, schließt die GNS aus. "Durch die eingesetzte Technik wird sichergestellt, dass keine Aktivität freigesetzt wird", erklärte Auer. Dies werde mit Hilfe der Umweltüberwachungssysteme garantiert, die seit 1983 in Gorleben installiert seien.

Das Endlager Schacht Konrad soll voraussichtlich 2014 den Betrieb aufnehmen. Es wird die schwach und mittelradioaktiven Abfälle aus allen deutschen Zwischenlagern und damit auch aus Gorleben aufnehmen.

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