Aktualisierung

Neue AGB: Spotify will mehr Rechte

Der Streaming-Anbieter Spotify hat seine AGB überarbeitet. Diese sind nun deutlich detaillierter als zuvor. Gleichzeitig räumt sich der Musikdienst mehr Rechte ein und möchte von seinen Nutzern mehr Daten haben. Diese könnten auch mit Dritten geteilt werden.

spotify© Spotify AB

Berlin (dpa/red) - Der Musikdienst Spotify will deutlich mehr über seine Nutzer erfahren. "Mit Ihrer Zustimmung erfassen wir Informationen, die Sie auf Ihrem Mobilgerät gespeichert haben. Dazu gehören Kontakte, Fotos oder Mediendateien", heißt es in einer neuen Fassung der Datenschutzbestimmungen, der die Kunden zustimmen müssen, um den Service weiter zu nutzen.

Nur "punktueller" Zugriff auf Daten

Spotify-Gründer Daniel Ek betonte ungeachtet der pauschalen Formulierung, auf solche Daten solle nur punktuell für einzelne Funktionen und jeweils mit Zustimmung der Nutzer zugegriffen werden. Fotos etwa solle der Nutzer selbst hochladen können, um das Aussehen von Playlisten zu personalisieren. Und der Zugriff auf das Adressbuch werde nur gebraucht, um Bekannte bei Spotify zu finden.

"Wenn Sie diese Art von Informationen nicht teilen wollen, müssen Sie das nicht", stellte Ek klar. Fotos etwa solle der Nutzer selbst hochladen können, um das Aussehen von Playlisten zu personalisieren. Spotify werde nie Foto-Alben von Nutzern scannen oder importieren, schrieb er als Reaktion auf die Kritik der Nutzer.

Interesse an Ortungsinfos und Sensordaten

Die Datenschutzbestimmungen zeigen auch, dass die schwedische Firma an Ortungsinformationen interessiert ist: Abhängig von den Einstellungen "können wir auch Informationen zu Ihrem Standort beispielsweise über die GPS-Daten Ihres Mobilfunkgeräts oder andere Formen der Lokalisierung mobiler Geräte (z. B. Bluetooth) erfassen". Andere Nutzer von Spotify-Diensten könnten über den Standort benachrichtigt werden, heißt es in dem Dokument. "Wir werden ausdrücklich Fragen, wenn wir auf Kamera oder GPS zugreifen", schrieb Ek beim Kurznachrichten-Dienst Twitter.

Auch Informationen von Sensoren sollen erfasst werden - etwa "Daten über die Geschwindigkeit Ihrer Bewegungen, beispielsweise, ob Sie laufen, gehen oder unterwegs sind". Spotify bietet inzwischen an, beim Joggen den Rhythmus der Musik an das Tempo des Läufers anzupassen. Das geht nicht ohne Zugang zu Sensordaten.

Warum will Spotify so viel wissen?

Mit den neuen Daten solle der Service für die Nutzer verbessert und neue Angebote entwickelt werden, erklärte Spotify in einem Blogeintrag vor Einführung der Regeln. Die Personalisierung der Song-Auswahl gilt als der Schlüssel für den Erfolg künftiger Musikdienste. Die Vision ist, dass dem Nutzer aus Millionen Titeln die passende Musik zur aktuellen Tageszeit, Situation, Beschäftigung oder sogar Stimmung präsentiert werden kann. Dafür müssen die Anbieter zugleich viel über die Kunden wissen.

20 Millionen zahlende Kunden

Spotify gilt als Marktführer unter den neuen Streaming-Diensten, die Musik direkt aus dem Netz abspielen. Der Service hat 75 Millionen Nutzer, von denen 20 Millionen zahlende Abo-Kunden sind. Zugleich wächst die Konkurrenz: Ende Juni stieg auch Apple in das Geschäft ein und kam in der noch laufenden Gratis-Probezeit auf elf Millionen Nutzer binnen eines Monats.

Spotify hatte bei der Ankündigung der Änderungen versichert, dass man für das Teilen von Orten, Fotos und Kontakten einzeln die Erlaubnis der Nutzer einholen werde - oder sie über Möglichkeiten informiert, dies abzustellen. Datenschutz und die Sicherheit der Daten hätten höchste Priorität.

Quelle: DPA

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