11,8 Prozent Steigerung

Neubau von Windenergieanlagen erfüllt Erwartungen

Zwischen Januar und Ende September 2003 wurden in Deutschland 906 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 1414 Megawatt neu installiert. Ende September 2003 waren damit bundesweit 14 647 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 13 404 Megawatt installiert. Das entspricht einer Steigerung gegenüber 2002 von knapp 11,8 Prozent.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

"Der Zubau für 2003 in Deutschland entspricht bisher unseren Erwartungen", erläutert Thorsten Herdan, Geschäftsführer im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). "Mit Blick auf das Gesamtjahr 2003 ist nach den Erfahrungen der letzten Jahre mit einer neu installierten Leistung von rund 2500 Megawatt zu rechnen", so Herdan weiter.

Der Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von etwa 25 Prozent bestätige erneut die bereits im Juni 2002 anlässlich der WindEnergy in Hamburg veröffentlichte Prognose des Deutschen-Windenergie-Instituts (DEWI). Die Marktentwicklung im Inland sei durch die derzeit schwierige Erschließung von Binnenlandstandorten geprägt. Es mangele zwar nicht an aussichtsreichen Projekten im Binnenland, allerdings gestalte sich infolge bürokratischer Hemmnisse das Genehmigungsprocedere schwieriger und die Projekte litten unter der allgemein zurückhaltenden Finanzierungsbereitschaft der Banken, beschreibt Herdan die aktuelle Situation.

"Auch wenn wir in den ersten neun Monaten dieses Jahres nicht mehr die Wachstumsraten des Vorjahres erreichen, entsprechen die Zahlen den Erwartungen", betont auch Dr. Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE). Leichte Rückgänge für 2003 seien wegen Finanzierungshindernissen und Planungsverzögerungen vorhersehbar gewesen. Wichtig sei jetzt, die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) endlich auf den Weg zu bringen. Dadurch würden verlässliche Rahmenbedingungen für Projekte geschaffen, die in 2005 realisiert werden sollen.

Bei den Aufstellungszahlen im Inland zeigt sich weiter ein Wandel von der Küste hin zum Binnenland. Küstenferne Standorte würden für den Ausbau der Windenergie in Deutschland immer wichtiger. So zählen mit Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt gleich drei klassische Binnenländer zu den Top Five der Regionen, in denen in den ersten sechs Monaten des Jahres die meisten Windturbinen aufgestellt worden sind. Marktführer im Jahr 2003 ist die Enercon GmbH mit einem Marktanteil von 41,8 Prozent. In den ersten neun Monaten des Jahres installierte das Unternehmen in Deutschland 381 Windkraft-Anlagen mit einer Leistung von 586 Megawatt. Danach folgt mit einem Marktanteil von 19,8 Prozent die Vestas Deutschland GmbH (153 Anlagen, 280 Megawatt).

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