Energiewende

Netzausbau: Noch im Sommer werden neue Trassen festgelegt

Die Bundesnetzagentur will den Ausbau der Stromnetze rasant vorantreiben. Noch in diesem Sommer wolle die Behörde damit beginnen, wichtige neue Trassen durch Deutschland festzulegen, berichtete die "Frankfurter Rundschau" am Mittwoch. Die Behörde will einen Zehn-Jahres-Plan vorlegen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Frankfurt/Main (afp/red) - Netzagentur-Präsident Matthias Kurth sagte mit Blick auf das von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) vorgeschlagene Netzausbaubeschleunigungsgesetz: "So wie es aussieht, werden wir als Bundesnetzagentur einen Zehn-Jahres-Plan, der Grundlage des Ausbaugesetzes wird, erarbeiten. Wir werden die wichtigsten neuen Trassen nach energiewirtschaftlichem Bedarf festlegen."

Die bundesweite Festlegung werde die regionalen Verfahren deutlich beschleunigen, ohne die Rechte der betroffenen Bürger zu verletzen, versprach Kurth. Er gehe davon aus, "dass wir mit unserer Arbeit schon im Juni starten können, dann will ja die Bundesregierung ihre neue Energie-Strategie auf den Weg gebracht haben". Die Bundesnetzagentur hoffe, dass der Ausbau dann innerhalb weniger Jahre große Fortschritte machen könne. Die "Achillesferse" eines schnellen Ausbaus der erneuerbaren Energien sei derzeit das Stromnetz. Es sei nicht gebaut worden, um die hohen und schwankenden Energiemengen aus Öko-Strom-Kraftwerken zu verteilen.

"Wir müssen vor allem mehr Strom von Norden nach Süden transportieren können", sagte Kurth. Derzeit machten die Kosten für die Übertragungsnetze etwa 2,5 Prozent des Strompreises aus. "Selbst eine deutliche Steigerung bei den Investitionen hätte verkraftbare Auswirkungen, zumal die Kosten für den Bau über viele Jahre Stück für Stück in den Strompreis einfließen."

Für die von der Bundesregierung anversierte Energiewende ist ein Ausbau der Stromnetze nötig, um etwa den im Norden erzeugten Strom aus Windkraftanlagen ins Land zu transportieren.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    Eingriffe in das Stromnetz verteuern Strompreis

    Eingriffe in das Stromnetz durch die Netzbetreiber werden immer häufiger notwendig. Das kommt auch dem Verbraucher teuer zu stehen, denn die sogenannten "Redispatchmaßnahmen" werden letztendlich über den Strompreis finanziert.

  • Netzausbau

    Forscher: Netzkosten in Deutschland gerechter verteilen

    Die Netzkosten in Deutschland sollten gerechter verteilt werden, fordern die Forscher von Agora Energiewende. Konkret heißt das, die kosten sollten bundesweit einheitlich sein. Derzeit werden sie regional unterschiedlich berechnet.

  • Strompreise

    Stadtwerke und Kommunen rüsten sich für Energiewende

    Stadtwerke und private Unternehmen wollen bei der Energiewende in Deutschland vorne mitmischen. Gerade die Kommunen, die sich schon im Abseits sahen, wittern ihre Chance. Der Ökostrom-Branchenverband BEE erwartet Milliardeninvestitionen und deutliche Arbeitsplatzzuwächse.

  • Hochspannungsmasten

    Energiegipfel soll Strategie der kommenden Jahre klären

    Die Förderung von Ökoenergie, ein gemeinsamer Markt für Strom und Gas sowie die Sicherheit von Gasexporten aus dem Osten: Das Thema Energie beschäftigt die Europäische Union intensiv. Am Freitag startet in Brüssel eine Konferenz, die diverse strategische Fragen klären soll.

  • Energieversorung

    Wie sich der Strompreis zusammensetzt

    Die großen deutschen Energiekonzerne haben nach Ansicht des Bundeskartellamtes "Anreiz und Möglichkeiten", den Strompreis durch ihre Marktmacht im Strom-Großhandel missbräuchlich zu beeinflussen. Einkaufspreise machen etwa ein Drittel des Strompreises aus. Aus welchen Bestandteilen sich der Strompreis zusammensetzt:

Top