Festlegungsverfahren gestartet

Netzagentur will mehr Wettbewerb bei Strom- und Gaszählern

Die Bundesnetzagentur will bundesweit einheitliche Geschäftsprozesse und Standardverträge für Messstellenbetrieb und Messdienstleistungen im Strom- und Gassektor festlegen. Dazu seien nun zwei Festlegungsverfahren eröffnet worden, wie die Behörde mitteilt.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (sm) - "Wir werden alles daran setzen, die Festlegungsverfahren so zeitnah wie möglich zum Abschluss zu bringen, damit der Zeitplan, den die Messzugangsverordnung und das Energiewirtschaftsgesetz vorgeben, ohne größere Übergangsfristen eingehalten werden kann", erläuterte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, das Verfahren.

Die Festlegungen für die Bereiche Strom und Gas sollen möglichst wortlaut-und regelungsidentisch gestaltet werden, soweit nicht branchenspezifische Besonderheiten im Einzelfall abweichende Regelungen erfordern.

Im Rahmen einer Podiumsveranstaltung der Bundesnetzagentur zum Smart Metering in der Strom- und Gaswirtschaft bezeichnete Kurth Investitionen in intelligente Messtechnik als Grundvoraussetzung für Innovation und Effizienz im Energiebereich.

Intelligente Zähler und zukunftsfähige Netze

"Wir brauchen technische Innovationen und kreative Anwendungen auch im Zähl- und Messwesen", so Kurth. Stabilität und Versorgungssicherheit im Energiemarkt könnten nur dann gewährleistet bleiben, wenn die Strom- und Gasnetze in der Lage sind, den immer komplexeren Herausforderungen durch die Windenergie, den Handel und die schwankende Nachfrage standzuhalten. Daher unterstütze die Behörde den Umbau der herkömmlichen Netze hin zu zukunftsfähigen Netzen, zu sog. Smart Grids.

Gleichzeitig entspreche die derzeitige Erfassung des Energieverbrauchs bei Haushaltskunden nicht dem technischen Entwicklungsstand. "Sie ist intransparent und vermag keinen Anreiz für energieeffizientes Handeln zu setzen", erklärte Matthias Kurth. Mit dem novellierten Energiewirtschaftsgesetz und der seit Oktober 2008 geltenden Messzugangsverordnung soll in einem Zeitraum von sechs Jahren der möglichst flächendeckende Einsatz intelligenter Zähler erreicht werden.

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