Kaum Wettbewerb

Netzagentur weitet Regulierung von Ferngas-Pipelines aus (Upd.)

Die Bundesnetzagentur hat ihren Kampf für niedrigere Gaspreise fortgesetzt: Sieben weitere Gasnetzbetreiber müssen binnen zwei Monaten ihre Kosten offenlegen und sich ab 2010 die Preise für die Gas-Durchleitung deckeln lassen, wie die Behörde am Dienstag in Bonn mitteilte.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Bonn (AFP/sm) - Bei den Unternehmen handle es sich um die Gas-Transport-Firmen Eni Gas, Dong Energy Pipelines, Erdgas Münster, Gaz de France, Ontras-VNG, RWE und StaoilHydro. Die Firmen stehen für ein Drittel der deutschen Gasferntransporte. Bereits vor wenigen Wochen hatten mit Eon Gastransport, Gasunie und Wingas die großen Drei des deutschen Gastransports einen entsprechenden Bescheid erhalten.

Die Forderung nach Offenlegung der Kosten soll die so genannte Anreizregulierung vorbereiten, der sich die Firmen ab 2010 unterwerfen müssen. Dabei legt die Netzagentur den Gewinn fest, den die Betreiber machen dürfen, diese müssen ihre Netzentgelte dann entsprechend kalkulieren. Dabei orientiert sich die Vorgabe der Netzagentur an den effizientesten Firmen der Branche.

Die Bundesnetzagentur kritisiert, dass es beim Gastransport in Deutschland kaum Wettbewerb gebe. So werde das Gros der Pipeline-Kapazitäten meist von den Mutterfirmen der Gas-Transport-Unternehmen reserviert. Außerdem bemühten sich die Gasnetzfirmen nicht, ihr Angebot an Pipelines aktiv zu vermarkten.

Die RWE Transportnetz Gas GmbH bestätigte den Eingang des Schreibens von der Bundesnetzagentur, wollte die Entscheidung zunächst aber nicht inhaltlich kommentieren. "Wir prüfen den Beschluss - auch, ob wir eventuell noch Rechtsmittel einlegen werden", sagte ein Sprecher.

bne erwartet drastische Entgeltreduzierung

Der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) begrüßte den Schritt der Netzagentur. Durch die Entscheidung der Regulierungsbehörde sei nun eine drastische Reduzierung der Netzentgelte zu erwarten. Betreiber von Ferngasleitungen seien Monopolisten und konkurrierten damit nicht um Transportaufträge, hieß es weiter. Sie nutzten ihre Stellung aus und verlangten "völlig unkontrollierte Netzentgelte", die bislang den Schätzungen bislang um bis zu 100 Prozent überhöht seien.

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