Preispolitik

Netzagentur kritisiert überzogene Preiserhöhungen

Die deutlichen Preiserhöhungen einiger Stromversorger zum Jahreswechsel stoßen bei der Bundesnetzagentur auf Kritik. Behördenchef Matthias Kurth rief die Verbraucher dazu auf, ihre Tarife zu überprüfen und gegebenenfalls den Stromanbieter zu wechseln. Einige Preisforderungen seien deutlich überzogen, so Kurth.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Mainz (dapd/red) - Der Präsident der Wettbewerbsbehörde, Matthias Kurth, sagte am Montag im ZDF-Wirtschaftsmagazin "Wiso", es gebe Stromanbieter, "die jetzt die Erhöhung der Umlage für erneuerbare Energien nutzen, um überzogene Preisforderungen zu stellen". Der Behördenchef empfahl den Verbrauchern, die Preise am Markt zu vergleichen und gegebenenfalls den Versorger zu wechseln.

Insgesamt wollen nach Verivox-Recherchen mehr als 350 Stromanbieter ihre Preise anheben. Betroffen seien mehr als 20 Millionen Haushalte, so die Zahlen von "Wiso". Die Anhebung liege durchschnittlich bei 7 Prozent. Auslöser für den Preisschub ist die von allen Kunden mit der Stromrechnung bezahlte, gesetzlich geregelte EEG-Umlage zur Förderung von Wind- und Sonnenenergie. Sie steigt wegen des Booms der erneuerbaren Energien zum Jahreswechsel um mehr als 70 Prozent auf gut 3,5 Cent je Kilowattstunde und würde den Strompreis durchschnittlich um 7,5 Prozent verteuern. Doch heben einige Versorger den Strompreis spürbar stärker.

Außerdem ist umstritten, ob auch nur eine Weitergabe der gestiegenen EEG-Umlage angemessen ist. Verbraucherschützer verweisen darauf, dass die Großhandelspreise für Strom seit geraumer Zeit deutlich gesunken sind und es an der Zeit sei, dass die Stromanbieter diesen Einkaufsvorteil an die Verbraucher weitergäben.

Tatsächlich ist die Preispolitik der Konzerne sehr unterschiedlich. So kündigte der Energieversorger EnBW sogar Preisanhebungen von 9,5 Prozent an. Konkurrent RWE erklärte dagegen, er werde die Mehrbelastung durch die EEG-Umlage nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergeben. Als Begründung nannte er die gesunkenen Strombeschaffungskosten und den gestiegenen Wettbewerb.

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