Vertrauenskrise

Netzagentur entscheidet ab Frühjahr 2006 über Strompreise

Zwar werde seine Behörde nicht für deutliche Energiepreissenkungen sorgen können, aber dafür die Transparenz auf dem Strom- und Gasmarkt wieder herstellen, sagte der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, der "Berliner Zeitung". Derzeit bestehe eine Vertrauenskrise zwischen Anbietern und Verbrauchern.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Bundesnetzagentur wird frühestens im April nächsten Jahres erste Entscheidungen zu den Strompreisen fällen. Das sagte der Leiter der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth, der "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe). Die Stromnetzbetreiber seien gesetzlich verpflichtet, bis Mitte Oktober die entsprechenden Genehmigungsunterlagen einzureichen.

"Wir haben dann sechs Monate Zeit für eine Prüfung. Und diese Zeit werden wir auch benötigen", sagte der Chef der erweiterten früheren Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation dem Blatt. Sie ist als Bundesnetzagentur seit 13. Juli auch für die Regulierung der Strom- und Gasnetzpreise zuständig. Kurth griff die Strom- und Gasversorger wegen ihrer jüngsten Preiserhöhungen scharf an: Es bestehe eine "Vertrauenskrise zwischen Kunden und Anbietern", weil "zu wenig Transparenz im Markt" herrsche. "Diese Transparenz wollen wir herstellen", kündigte Kurth an.

Zugleich dämpfte der Chefregulierer dem Bericht zufolge Hoffnungen auf deutliche Energiepreissenkungen. Mit ihrer Befugnis, die Netzkosten zu regulieren, könne die Behörde etwa ein Drittel der Strom- und Gaspreise beeinflussen. Zudem könnten die Auswirkungen von Entscheidungen der Bundesnetzagentur regional unterschiedlich ausfallen: Es gebe schließlich auch Strom- und Gasnetzbetreiber, die bereits heute sehr effizient arbeiteten, sagte Kurth. Unstrittig sei aber, dass noch erhebliche Effizienzen bei den Netzkosten zu heben seien.

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