Rückzahlung von 10 Millionen Euro plus Zinsen

Netz zu teuer verkauft: RWE verliert vor OLG Düsseldorf

Seit fast zehn Jahren streiten sich RWE und die Stadtwerke Lippstadt über den Wert des Netzes, das der nordrhein-westfälische Regionalversorger 1995 von der VEW übernommen hat. Gestern fällte das OLG Düsseldorf sein letztinstanzliches Urteil: RWE muss 9,92 Millionen Euro und über 5 Millionen Euro Zinsen zurückzahlen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Düsseldorf/Lippstadt (red) - Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat den Essener Energieriesen RWE AG zur Zurückzahlung von 9,92 Millionen Euro plus 5,91 Millionen Euro Zinsen an die Stadtwerke Lippstadt verurteilt. Das nordrhein-westfälische Stadtwerk hatte 1995 für die Übernahme des Stromnetzes von der später mit RWE fusionierten VEW offensichtlich zu viel zahlen müssen.

Seit fast zehn Jahren streiten sich RWE und die Stadtwerke Lippstadt über den Wert des Stromnetzes. Während VEW damals den Sachzeitwert als Grundlage nahm und 40 Millionen Euro verlangte, wollten die Stadtwerke nur den "objektiven" Wert zahlen. Mehrere Gutachten brachten keine Klärung, noch im April 2004 wurde ein Vergleich von 8,5 Millionen Euro abgelehnt. Der lange Atem von Geschäftsführer Siegfried Müller und seinem Team hat sich gelohnt: Gestern nun fällte das OLG das finale Urteil, eine Revision ist nicht zu lässig.

Obwohl die genaue Urteilsbegründung noch nicht vorliegt, ist das Urteil schon jetzt von großer Bedeutung. "Das ist gut für alle Stadtwerke, die Netze zum Sachzeitwert übernommen haben", kommentierte Siegfried Müller gegenüber dem strom magazin.

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