Bilanz 2002

Neckarwerke schließen Minderheitsaktionäre aus

Die Neckarwerke Stuttgart AG hat auf der gestrigen Hauptversammlung das vergangene Geschäftsjahr bilanziert. Die Umsatzerlöse stiegen um 101 Millionen Euro. Der Stromabsatz stieg um 1,8 Prozent auf etwa 13.000 Millionen Kilowattstunden. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Aktien der Minderheitsaktionäre für eine Barabfindung auf die EnBW zu übertragen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Von einem in zweierlei Hinsicht historischen Tag sprach Dr. Bernhard Beck, der Vorstandsvorsitzende der Neckarwerke Stuttgart AG (NWS), auf der gestrigen Hauptversammlung des Unternehmens. Zum einen berichte er über ein bilanziell erfolgreiches Geschäftsjahr, zum anderen gehe mit der Durchführung des Squeeze-out, der zur Beschlussfassung auf der Tagesordnung stehe, die Geschichte der NWS als börsennotiertes Unternehmen zu Ende. Beck, seit 1. März 2003 NWS-Vorstandsvorsitzender, ist gleichzeitig Mitglied des Konzernvorstands der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, die mehr als 99 Prozent des NWS-Grundkapitals hält.

Der Stromabsatz der NWS-Vertriebsgesellschaft stieg 2002 um 1,8 Prozent auf 12.936 Millionen Kilowattstunden. Die Steigerung war im Wesentlichen auf einen höheren Absatz außerhalb des Netzgebiets zurückzuführen. Der Anteil der Kernenergie am Stromaufkommen belief sich auf etwa 74 Prozent, auf Steinkohle entfielen 21 Prozent. Der Gasabsatz von 15.019 Millionen Kilowattstunden lag wegen der milderen Witterung 2,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Der Jahresabschluss 2002 und das Jahresergebnis sind geprägt von den Auswirkungen der Veräußerung der Beteiligung von 33,4 Prozent an der Gasversorgung Süddeutschland (GVS) an das Joint Venture der EnBW und der italienischen Eni SpA. Sowohl der außerordentlich hohe Bilanzgewinn von 243,5 Millionen Euro als auch die Erhöhung der Bilanzsumme um 390 Millionen Euro auf 5,2 Milliarden Euro resultieren im Wesentlichen aus dem Buchgewinn dieses Anteilsverkaufs.

In der Gewinn- und Verlustrechnung stiegen die Umsatzerlöse um 101 Millionen Euro. Beim Strom beträgt der Umsatzzuwachs 160 Millionen Euro, eine Folge der beiden Preiserhöhungen für Tarifkunden und höherer Preise bei den Sondervertragskunden. Der Gasumsatz ging wegen Preissenkungen und witterungsbedingt geringerem Absatz um 72 Millionen Euro zurück. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) liegt mit 346 Millionen Euro um 229 Millionen Euro über dem Vorjahreswert.

Nach den Ausführungen zum vorgelegten Jahresabschluss und zum Geschäftsverlauf folgten ausführliche Erläuterungen zum Beschlussvorschlag für die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die EnBW und zur Bemessung der Barabfindung. Beck bezeichnete den geplanten Ausschluss der Minderheitsaktionäre als "bedeutsame Zäsur" in der langen Geschichte der NWS, die über die beiden 1997 fusionierten Vorgängerunternehmen Neckarwerke Elektrizitätsversorgungs-AG (Esslingen) und Technische Werke der Stadt Stuttgart AG bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.

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