Falsche Planung

Naturschützer klagen gegen Kohlekraftwerk Brunsbüttel

Die Deutsche Umwelthilfe und der BUND klagen gegen den geplanten Bau eines Kohlekraftwerks in Brunsbüttel. Nach Ansicht der Kläger ist der Bau des Steinkohlekraftwerks an der Elbe energie- und klimapolitisch unverantwortlich und auch baurechtlich höchst zweifelhaft. Unter anderem würden Lärm-Grenzwerte überschritten.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Brunsbüttel (ddp-nrd/red) - Dem Klageantrag gegen den Bebauungsplan Nummer 55 vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig hat sich auch ein Anwohner angeschlossen, wie die Umweltverbände am Freitag in Kiel mitteilten. Ihrer Ansicht nach verstößt der Plan zum Bau des Kohlekraftwerks nördlich des Elbehafens gegen europäische und nationale Umwelt- und Gesundheitsschutzvorgaben.

Lärm-Grenzwerte überschritten

Bei dem benachbarten Gebiet Brunsbüttel-Süd handele es sich nicht um ein Gewerbe- oder Mischgebiet, wie die Stadt behaupte, sondern um ein Wohngebiet. In Wohngebieten würden schärfere Grenzwerte gelten, die von dem Kohlekraftwerk keinesfalls eingehalten würden. Zudem lägen keine belastbaren Untersuchungen vor, dass die Feinstaub-Grenzwerte eingehalten würden.

Bau bedrohe seltene Fischarten

"Einer der Hauptfehler in der Planung der Stadt liegt darin, dass die Auswirkungen der Kühlwasserentnahme und -wiedereinleitung in die Elbe in dem Bebauungsplan-Verfahren nicht berücksichtigt wurden", sagte DUH-Umweltjurist Jürgen Quentin. Der Betrieb des Kraftwerks habe "erhebliche Auswirkungen auf seltene und vom Aussterben bedrohte Fischarten, aber auch auf Speisefische wie Aal und Stint, die die Existenzgrundlage für die Elbfischer sind". Die Bürgerinitiative "Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe/Brunsbüttel" begrüßte den Klageantrag.

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