NaturEnergie vs. Stadtwerke Waldshut-Tiengen: Runde zwei geht an NaturEnergie

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Noch im November hatte das Landgericht Freiburg den Antrag des Ökostromanbieters NaturEnergie aus Grenzach-Wyhlen gegen den Namen des Stroms der Stadtwerke Waldshut-Tiengen ("HochrheinStrom") abgelehnt (das strom magazin berichtete, bitte lesen Sie hier). Nach erfolglosen Vergleichsgesprächen war die NaturEnergie AG dann vor Gericht gezogen und hat gestern vom Landgericht Mannheim Recht bekommen: Ab sofort dürfen die Stadtwerke Waldshut-Tiengen den Namen "HochrheinStrom" nicht mehr verwenden.


Zu Beginn des Markenstreits hatte Thomas Zwigart, Pressesprecher der Naturenergie-Tochter EnergieDienst Rheinfelden im strom magazin den Sachverhalt so dargestellt: "Der Name Hochrheinstrom assoziiert, dass der Strom aus der Kraft des Hochrheins, zumindest aber aus Wasserkraft gewonnen wird. Dies ist aber bei den Stadtwerken Waldshut-Tiengen nicht der Fall. Der Stadtwerke-Strom wird hauptsächlich in einem Atomkraftwerk gewonnen und kommt nur zu einem kleinen Teil aus österreichischer Wasserkraft. Er wird nicht im Hochrhein oder im Hochrheingebiet produziert." Das Urteil zum Thema geographische Herkunftsbezeichnung hat nun die Auffassung der NaturEnergie AG (NEAG) aus Grenzach-Wyhlen bestätigt. "HochrheinStrom" müsse nachweislich von diesem Produktionsstandort stammen. Den Standpunkt der NEAG untermauert auch eine repräsentative Kundenbefragung vom Oktober 2000 durch ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut aus Berlin. Über 62 Prozent der Befragten vermuten demnach bei der Produktbezeichnung eine Erzeugung in der Region Hochrhein bzw. am Rhein allgemein.


Die Stadtwerke Waldshut-Tiengen werden beim Oberlandesgericht Karlsruhe Berufung einlegen. Bis zu einer Entscheidung werden die Stadtwerke ihre Werbestrategie auf den Slogan "H-Strom" beschränken, hieß es in einer Pressemitteilung.

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