Energiewende

NaturEnergie-Mütterunternehmen verkaufen letzte Kernkraftbeteiligung

Das ist konsequent: Mit dem Verkauf einer 7,5-prozentigen Beteiligung am Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt ist das Kraftwerk Laufenburg frei von Atomkraftwerksbeteiligungen jeglicher Art. Da auch die Kraftübertragungswerke Rheinfelden keinerlei Beteiligung mehr in diesem Bereich haben, gehen die Mütterunternehmen der NaturEnergie AG mit gutem Beispiel voran.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die beiden Mütterunternehmen der NaturEnergie AG sind ab sofort frei von Atomkraftwerksbeteiligungen: Zum 30. Juni veräußert das Kraftwerk Laufenburg (KWL), 50-Prozent-Gesellschafter des Grünstromers, seinen 7,5-Prozent-Anteil am Kernkraftwerk Leibstadt. Schon zum 30. September 1999 hatten sich die Kraftübertragungswerke Rheinfelden (KWR), der zweite Gesellschafter der NaturEnergie AG, von einer Fünf-Prozent-Beteiligung am Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt getrennt und zum 31. Januar 2000 ihren dreiprozentigen Anteil am Kernkraftwerk Obrigheim abgegeben.

Die Gründungsgesellschafter der NaturEnergie AG setzen damit bei der Stromproduktion ausschließlich auf rein regenerative Energiequellen: "Unsere Politik und die unserer Gesellschafter steht für eine konsequent angestrebte und wirtschaftlich mögliche Energiewende. Die Konzentration unserer Mütter auf die Wasserkraft ist ein Erfolg der Marke NaturEnergie", sagte Andreas Fußer, Vorstand der NaturEnergie AG, zur Entscheidung der Eigner. "Kein anderes Energieversorgungsunternehmen in Deutschland hätte bisher einen ähnlichen Schritt getan. Der Auftritt des bundesweit agierenden Grünstromhändlers NaturEnergie wird dadurch einfacher", schätzt Fußer die Situation ein.

Die Schweizer Watt AG hat den 7,5-Prozent-Anteil an Leibstadt gekauft. Bei dem Verkauf sind für KWL zusätzliche Kosten entstanden, da im Atomkraftwerk Leibstadt Strom oberhalb der derzeitigen Beschaffungspreise für Energieversorger produziert wird. Der Abschied von der eigenen Kernenergieproduktion der beiden Mütter war daher nicht kostenneutral, sondern erfolgte mit negativem Verkaufspreis.

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