NaturEnergie AG fordert Gleichbehandlung

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Eine Gleichbehandlung der großen Wasserkraft in Zusammenhang mit dem am vergangenen Freitag im Bundestag verabschiedeten Gesetz für erneuerbare Energien (EEG) fordert die NaturEnergie AG, Grenzach-Wyhlen. Nach diesem Gesetz sollen neue Wasserkraftwerke nur bis zu einer Leistung von fünf Megawatt finanziell gefördert werden. Die Kraftübertragungswerke Rheinfelden AG (KWR), Mutter der NaturEnergie AG, plant den Neubau eines Kraftwerks mit 100 Megawatt in Rheinfelden am Hochrhein. Damit ließe sich die dortige Stromproduktion von jetzt jährlich 200 Millionen Kilowattstunden verdreifachen. Die Investition beliefe sich auf 870 Millionen Mark. Das Großprojekt zur Nutzung regenerativer Energien kann jedoch ohne staatliche Hilfe nicht verwirklicht werden.


"Es ist widersinnig, neue große Wasserkraftwerke von der Förderung auszunehmen, die für Strom aus umweltfreundlichen Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser vorgesehen ist", so Dr. Kai-Hendrik Schlusche, Vorstand der NaturEnergie AG. "Der Neubau des Kraftwerks Neu-Rheinfelden würde unserer Umwelt im Vergleich zu Kohlestrom jährlich einen Ausstoß von 600.000 Tonnen Kohlendioxid ersparen", führt Schlusche aus. Die Wasserkraft liefere schon heute mit über 90 Prozent den Löwenanteil des regenerativen Stromes und sei keineswegs eine billige Energiequelle, sofern es sich nicht um alte, abgeschriebene Anlagen handle. Um das Ziel einer Verdoppelung des Anteils regenerativer Energien am Gesamtstrommarkt bis zum Jahr 2010 zu erreichen, sei die Bundesregierung auf einen Ausbau auch und gerade der großen Wasserkraft angewiesen, ist sich Schlusche sicher. "Unter fairen Voraussetzungen kann Rheinfelden als Hauptlieferant der NaturEnergie AG einer ökologischen Stromerzeugung zum Durchbruch verhelfen. Es würde gleich viel Ökostrom liefern wie 1.000 Windräder im Schwarzwald." Bisher wurden für die vorbereitenden Maßnahmen zum Bau des Kraftwerks Neu-Rheinfelden von KWR bereits knapp 100 Millionen Mark investiert.


Die NaturEnergie AG vertreibt zwei Strom-Marken: NaturEnergie Gold und NaturEnergie Silber. Es ist vorgesehen, 0,5 Pfennig pro verkaufter Kilowattstunde von NaturEnergie Silber in die weitere Realisierung des Projektes Rheinfelden zu investieren. Die staatlich vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung ist abgeschlossen, die Behörden haben grünes Licht für den Bau gegeben. Bei der NaturEnergie AG trägt das Projekt intern den Namen "Dornröschenkraftwerk". Es braucht nur noch "wachgeküsst" zu werden.


Ohne staatliche Förderung hat der Kraftwerksneubau in Rheinfelden, das größte Projekt in Deutschland zum Ausbau regenerativer Energien, kaum Aussicht auf Verwirklichung. Der dort erzeugte Strom kostet den Betreiber etwa 16 bis 18 Pfennige pro Kilowattstunde. Auf dem seit 1998 liberalisierten Strommarkt gibt es inzwischen Sonderangebote von weniger als 4 Pfennig je Kilowattstunde. Mit solchen Dumping-Angeboten könne Ökostrom aus Wasserkraft nicht konkurrieren.

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