NaturEnergie AG fordert einen Strom-Schiedsrichter

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Am Ende eines Jahres zieht man gern Bilanz - was jedoch einige Netzbetreiber als "Bilanzierungspauschale" berechnen, grenzt nach Auffassung der Naturenergie AG aus Grenzach-Wyhlen an modernes Raubrittertum. Die Netzbetreiber würden zwischen 20 und 200 DM für Verwaltungsaufwand berechnen, unabhängig von der Zahl der Kunden. Die Schwankungsbreite zeige zudem, dass viele Netzbetreiber hier willkürlich abkassierten, zeigt sich der Ökostromhändler entrüstet.


"Wenn sich die Bilanzierungspauschale durchsetzt, dann wäre dies das Ende des Ökostromhandels. Bei der Vielzahl von kleinen Stadtwerken, in deren Netzen unsere Kunden verstreut sind, kommen hier immense Kosten zustande", beklagt Andreas Fußer, Vorstand der NaturEnergie AG. Das Unternehmen hat derzeit etwa 2200 Direktkunden, die über die Netze von etwa 130 Stadtwerken und Regionalanbietern versorgt werden. Bilanzierungspauschalen von 200 Mark pro Monat lassen die Kosten bei den Ökostromhändlern in die Höhe schnellen. "Das Marktpotenzial für Ökostrom liegt bei drei bis fünf Prozent und wird unter vielen Wettbewerbern aufgeteilt", so Fußer. "Bei kleinen Stadtwerken kommen wir dadurch nie auf Kundenzahlen, die uns trotz der Bilanzierungspauschale wirtschaftlich arbeiten lassen würden."


Fußer kritisierte zudem die Blockadepolitik einzelner alteingesessener Stadtwerke und Netzbetreiber auch nach mehr als zwei Jahren Strommarktliberalisierung. Die NaturEnergie AG konnte in Einzelfällen noch nicht jeden neu gewonnenen Kunden über eine Netznutzung mit Strom aus Wasserkraft und Sonnenenergie versorgen, da einige Netzbetreiber den Zugang noch immer verwehren. In Einzelfällen müssen Kunden noch monatelang warten, bis sie ihren Wechsel effektiv vollziehen können.


Die NaturEnergie AG fordert deshalb für den Strommarkt in Deutschland eine ähnliche Schiedsstelle wie die Regulierungsbehörde im Telekommunikationsmarkt. "Hier sollte die Politik endlich dem modernen Raubrittertum der ehemaligen Monopolisten einen Riegel vorschieben und klare Rahmenbedingungen schaffen", so der NaturEnergie-Vorstand.

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