Neubau geplant

Nationalparkverein gegen polnisches Kernkraftwerk an der Oder

Im Januar diesen Jahres hat die polnische Regierung den Neubau zweier Atomkraftwerke angekündigt, jetzt gibt erste Standortvorschläge. Darunter: Die grenznahe Stadt Gryfino an der Oder. Das sorgt indes für Unmut u.a. beim Verein der Freunde des Nationalparks Unteres Odertal.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Criewen (ddp/sm) - Der Verein der Freunde des Nationalparks Unteres Odertal lehnt polnische Überlegungen zum Bau eines Atomkraftwerks an der Oder ab. "Der Standort, der hier in die Diskussion gebracht worden ist, würde den deutsch-polnischen Nationalpark Unteres Odertal massiv belasten", sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Ansgar Vössing. Neben der Radioaktivität gebe es ein "enormes Abwärmeproblem", das zu einer weiteren Aufheizung der Ostoder führen würde.

Das Hauptproblem sei aber die Endlagerung. "Der Neubau von Kernkraftwerken ist unvertretbar, solange es keine gesicherten Endlagerungsstätten für den Atommüll für Zehntausende Jahre gibt", sagte Vössing. Die gebe es nirgendwo auf der Welt. Daher verbiete sich der Bau von Atomkraftwerken sowohl an diesem Standort als auch an einem Ort.

Nachdem die Warschauer Regierung im Januar ankündigte, dass in Polen bis zum Jahr 2020 ein bis zwei Kernkraftwerke gebaut werden sollen, schlugen Wissenschaftler aus Szczecin (Stettin) die bei Schwedt gelegene Stadt Gryfino an der Oder als Standort vor. Für den Bau einer Anlage spräche, dass sich dort Synergieeffekte mit dem bereits seit 1974 vorhandenen Kohlekraftwerk erzielen ließen. Derzeit sind noch sieben weitere Standorte im Gespräch.

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