Zwischenbilanz

Nationaler Markt für Windenergieanlagen rückläufig

Um rund 23 Prozent ging die installierte Leistung der Windenergie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück, dies berichten BWE und VDMA. Dies sei unter anderem auf die Debatte um das Erneuerbare-Energien-Gesetz, aber auch auf die Veränderung in der Genehmigungspraxis zurückzuführen, so ein BWE-Sprecher.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp-nrd/sm). Die Windenergiebranche in Deutschland hat in den ersten neun Monaten des Jahres einen Einbruch verzeichnet. Nach Informationen des Bundesverbandes Windenergie (BWE) sowie des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) vom Mittwoch lag der Rückgang der installierten Leistung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei knapp 23 Prozent. Insgesamt seien in Deutschland 653 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1090 Megawatt neu installiert worden.

BWE-Sprecher Andreas Eicher führte den Rückgang unter anderem auf die Debatte über die Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes im ersten Halbjahr 2004 zurück, die zu Verunsicherungen in der Branche geführt habe. Die Marktentwicklung im zweiten Halbjahr werde durch Veränderungen in der Genehmigungspraxis von Windparks belastet. "Mit der wachsenden Anzahl an Genehmigungshindernissen werden immer mehr Projekte durch meist unsinnige Auflagen an den Rand der Wirtschaftlichkeit gedrängt", erklärte er.

Aus diesen Gründen und mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre sei im Gesamtjahr 2004 mit einer neu installierten Leistung von rund 2000 Megawatt zu rechnen. Die Windenergie hat in Deutschland einen Anteil von 6,2 Prozent am Nettostromverbrauch, wie Eicher betonte. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern decke Windstrom rechnerisch bereits mehr als 30 Prozent des Strombedarfs.

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