Lesen!

NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND: Wohin mit dem amerikanischen Atommüll?

Erstmalig berichtet das Magazin NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND umfassend über die Atommüll-Problematik in den USA. Dazu werden aktuelle Zahlen aus den USA und Deutschland veröffentlicht. Zudem enthält das Juli-Heft eine detaillierte Übersichtskarte der gesamten deutschen Nuklearanlagen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Die Frage der Endlagerung von hochradioaktiven Stoffen wird immer drängender. Selbst wenn die erste amerikanische Endlagerstätte Yucca Mountain im US-Bundesstaat Nevada in einigen Jahren ihren Betrieb aufnehmen kann, werden ihre Kapazitäten schon bald erschöpft sein, berichtet NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in der jüngsten Ausgabe (Juli 2002). In Deutschland wird es voraussichtlich um das Jahr 2030 ein atomares Endlager für hochradioaktive Stoffe geben. Bis dahin werden hier allein etwa 16 000 Tonnen abgebrannter Brennelemente angefallen sein.

In den USA ist mit der Sanierung von 114 Atomanlagen begonnen worden. Die betroffenen Flächen umfassen insgesamt 8500 Quadratkilometer, also etwa die Hälfte der Fläche Schleswig-Holsteins. Insgesamt lagern dort 47 000 Tonnen hoch radioaktiver abgebrannter Brennelemente aus der friedlichen Kernenergienutzung und der atomaren Waffenproduktion. Ebenso 344 Millionen Liter hochradioaktive Abfälle aus der Plutoniumproduktion sowie Millionen Kubikmeter verstrahlte Werkzeuge, Metallreste, Schutzbekleidungen, Öle, Lösungsmittel und andere Abfälle. Außerdem fallen 245 Millionen Tonnen Abraum aus der Förderung des Uranerzes an. Ein Güterzug mit diesen Abraummengen und den 344 Millionen Litern flüssigen Atommülls würde gut einmal um den Äquator reichen.

In Deutschland fallen jährlich etwa 450 Tonnen hochradioaktiven Mülls aus Atomkraftwerken an (in den USA 2000 Tonnen), außerdem rund 4700 Kubikmeter mittel- und geringstrahlende Abfälle aus Forschungseinrichtungen, der Medizin und der Energieversorgung. Von 2005 an dürfen abgebrannte Brennelemente nicht mehr zur Wiederaufbereitung in die Anlagen Sellafield (England) und La Hague (Frankreich) gebracht werden. Sie werden bis auf weiteres dezentral bei den Kraftwerken gelagert. Zur Zeit sucht eine Kommission von Fachleuten, der Arbeitskreis Endlagerstandorte (AkEnd), nach neuen Kriterien, die auf atomare Endlager für hochradioaktive Abfälle angewendet werden sollen. Kritiker bezweifeln, dass sich Atommüll über Hunderttausende von Jahren überhaupt sicher lagern lässt.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Atomenergie

    Medien: Kommission schlägt Atom-Entsorgungs-Pakt vor

    Bis 2022 soll auch der letzte Atommeiler ausgeschaltet werden. Wo die verstrahlten Überreste der Anlagen verbleiben sollen und wer für die Entsorgung aufkommen soll, steht hingegen noch nicht fest. Ein neuer Vorschlag der Atom-Kommission sieht einen Finanzpakt zwischen den Konzernen und dem Staat vor.

  • Atomenergie Gefahr

    Stresstest: Nicht genug Atom-Rückstellungen für den "Worst Case"

    Der Stresstest zu den Rückstellungen der Atomkonzerne sorgt für Unstimmigkeiten in der Politik. Während Sigmar Gabriel die Ergebnisse dahin gehend interpretiert, dass die Gelder der Konzerne ausreichen werden, warnt die Opposition davor, sich auf den Ergebnissen auszuruhen. Der Test zeigt auch, dass die Rückstellungen bei ungünstigen Umständen bei weitem nicht ausreichen würden.

  • Stromtarife

    Hintergrund: Maßnahmen zur Suche nach einem atomaren Endlager

    Da es weltweit kein Endlager für abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken und für hochradioaktiven Abfall aus der Wiederaufarbeitung gibt, läuft seit 18 Jahren beim niedersächsischen Umweltministerium ein Verfahren zur Genehmigung des ehemaligen Salzstocks Schacht Konrad bei Salzgitter als atomares Endlager.

  • Strompreise

    BfS genehmigt Castortransporte

    Das Bundesamt für Strahlenschutz hat neben Castortransporten von Mühlheim-Kärlich und Philippsburg nach La Hague und von Unterweser nach Sellafield auch den Rücktransport von zwölf Behältern ins Endlager Gorleben genehmigt. Dieser Transporttermin muss mindestens sechs Monate vorher angemeldet werden.

  • Hochspannungsleitung

    Positionspapier: Kernenergie notwendig für Europas Energieversorgung

    Das Deutsche Atomforum hat ein Positionspapier zum Grünbuch der EU-Kommission zur Energieversorgungssicherheit veröffentlicht. Darin spricht sich die Vereinigung dafür aus, die Kernenergie als wesentlichen Beitrag für die Versorgungssicherheit und für den Klimaschutz noch deutlicher aufzunehmen.

Top