Perspektiven

natGAS erwartet für 2006 "schwarze Zahlen"

Trotz der aktuellen Diskussionen über Versorgungssicherheit und Gaspreiserhöhungen sieht der Potsdamer Gasanbieter natGAS AG nach eigenen Angaben dem laufenden Geschäftsjahr zuversichtlich entgegen und erwartet auch im sechsten Unternehmensjahr ein Wachstum.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam/Berlin (red) – Wie das Unternehmen in Berlin mitteilte, stieg der Absatz von rund 3,2 Terrawattstunden in 2004 um mehr als 18 Prozent auf etwa 3,8 Terrawattstunden in 2005. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung seien, so Vorstandsvorsitzender Jörg Bauth hohe Flexibilität, Kundennähe und schlanke Strukturen. "Die Kunden schätzen die Möglichkeit, mit natGAS Lieferkonditionen zu vereinbaren, die exakt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. So konnten sie in der Vergangenheit durch Teillieferungen, Kurzfristverträge, spezielle Preisklauseln oder gemeinsam durchgeführte Effizienzsteigerungen oft deutliche Kosteneinsparungen realisieren", so Bauth.

2006 soll der Gastransport für Dritte als Dienstleistung weiter ausgebaut und das internationale Handelsgeschäft verstärkt werden. Wichtige Impulse können, nach Einschätzung des Unternehmens, über ein Gas-Release-Programm, wie es in Italien und Frankreich bereits eingeführt wurde, erfolgen. Dort werden aus den Langfristverträgen der großen Importeure Mengen "abgezweigt" und als zusätzliche Liquidität in den Markt gegeben. Die Aktivitäten des Bundeskartellamtes hätten hier bereits ein deutliches Zeichen gesetzt.

Bei der Netznutzung hat natGAS bislang mehr als 400 Transportverträge abgeschlossen. Vor allem auf lokaler Ebene seien, trotz weitgehend fairer Zusammenarbeit, noch "Diskriminierungen" zu verzeichnen. Dabei gehe es um Verzögerungen bei Vertragsabschlüssen und Kapazitätsfreigaben. Um hier Abhilfe zu schaffen, fordert natGAS , eine Trennung von Transport und Vertrieb bereits bei 20.000 und nicht erst bei 100.000 Kunden vorzunehmen. "Wir sind insgesamt zuversichtlich, dass die Bundesnetzagentur in diesem Jahr mehr Transparenz schaffen wird", so Jörg Bauth weiter. Gleichzeitig sieht das Unternehmen Senkungspotenzial bei den Durchleitungskosten, die derzeit bis zu 50 Prozent des Kundenendpreises ausmachen können.

Mit Blick auf die Gaspreisentwicklung weist Vertriebsvorstand Detlef Weidemann darauf hin, dass die natGAS-Preise in 2005 langsamer als die in verschiedenen Untersuchungen ermittelten Durchschnittswerte gestiegen sind. Als Grund gibt er an, dass gestiegenen Importpreise nur rund ein Drittel des Endpreises ausmachten. Das heißt, wenn der Preis an der Grenze um beispielsweise 20 Prozent zunimmt, dürfe dies nur zu einer Verteuerung der Kilowattstunde beim Kunden von etwa sieben Prozent führen. "Als vergleichsweise junger Marktteilnehmer müssen wir unsere Kunden im Wettbewerb von den bisherigen Lieferanten gewinnen und geben deshalb nur den tatsächlich gestiegenen Einstandspreis weiter", erläutert Weidemann.

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