Nach dem Strom- jetzt auch der Gasmarkt: Wettbewerb lässt weiter auf sich warten

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Am 10. August ist die Frist zur Liberalisierung des deutschen Gasmarkts abgelaufen, ohne dass die meisten Energieversorger die Preise für die Nutzung der Gasnetze bekannt gegeben haben. Diese Verzögerung hat jetzt auch die Verbraucherverbände, den Bundesverband der Energieabnehmer (VEA) und den Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) auf den Plan gerufen. Lauthals monieren sie die Verhinderung eines Wettbewerbs.


Der VIK erwartet von den Netzbetreibern, die überfälligen Angaben unverzüglich bereit zu stellen. Bereits vor mehr als einem Monat hätten sich die Verbände der betroffenen Anbieter- und Kundengruppen im Rahmen der Unterzeichnung der Verbändevereinbarung zum Netzzugang bei Erdgas (VV Erdgas I) auf den Veröffentlichungstermin bis zum 10. August geeinigt. Um das notwendige Vertrauen in die Funktionstüchtigkeit der VV Erdgas I nicht von Anfang an zu schädigen, sei es nach Ansicht des VIK-Geschäftsführers Dr. Hans-Jürgen Budde unbedingt notwendig, die hier selbst gesteckten Ziele und Termine ohne Wenn und Aber einzuhalten. Immerhin seien die Verbände angetreten, um gegenüber einer schwerfälligen staatlichen Regelung den besseren Weg aufzuzeigen. Nach aktuellen Recherchen des VIK seien erst 8 der insgesamt über 700 Netzbetreiber der entsprechenden Verabredung aus der VV Erdgas I nachgekommen und hätten ihre Netzzugangsentgelte offengelegt. Aus Sicht der Netzkunden sei dies eine gefährliche Behinderung des Marktöffnungsprozesses.


Der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) findet es merkwürdig, dass deutsche Unternehmen so gut wie keine Angebote dritter Versorger erhielten, obwohl es nach deutschem Recht bereits seit 2 Jahren Wettbewerb geben müsste. De facto hätten die Gasversorger nach wie vor eine Monopolstellung inne, die eine preisgünstige Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Gas verhindere, heißt es in der Mitteilung des VEA. Auch die Verbändevereinbarung hätte keine Fortschritte gebracht. Durch die Teilung des Marktes in drei Zonen sei ein kompliziertes und unübersichtliches Preisgefüge entstanden. Das geschäftsführende Vorstandsmitglied des VEA Manfred Panitz fordert die Gaswirtschaft aus diesem Grund auf, für eine diskriminierungsfreie und vor allem einfach zu handhabende Durchleitungsregelung zu sorgen, die den Wettbewerb fördere und nicht behindere.

Das könnte Sie auch interessieren
Top