Diskussionen

Nabucco-Konsortium verhandelt über Finanzierung

Das Konsortium für die geplante Gaspipeline Nabucco hat Verhandlungen mit möglichen Kreditgebern aufgenommen. Mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) seien "detaillierte Diskussionen" begonnen worden.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp.djn/red) - Bald will das Konsortium zudem mit der International Finance Corporation (IFC), einem Investitionsarm der Weltbank, in Gespräche treten, wie es weiter hieß. Nabucco will die geplante Investitionssumme von 7,9 Milliarden Euro neben der Kapitalbeteiligung der Projektpartner durch internationale Finanzinstitutionen, Exportkreditagenturen sowie Geschäftsbanken aufbringen.

Die Verhandlungen zielten auf die Festlegung der Schlüsselparameter der Finanzierung und anderer wichtiger Entscheidungen bei dem Projekt, wird Reinhard Mitschek, der geschäftsführende Direktor von Nabucco, in der Mitteilung zitiert. Die nächsten Schritte seien die Finalisierung von Vereinbarungen mit detaillierter technischer Planung und der Analyse von sozialen und ökologischen Auswirkungen.

Das Konsortium für die Pipeline besteht aus der Essener RWE AG, der österreichischen OMV AG, der ungarischen MOL Nyrt, der rumänischen Transgaz, der bulgarischen Bulgargaz und der türkischen Botas. Alle Partner sind mit je einem Sechstel an dem Projekt beteiligt.

Nabucco soll über 3300 Kilometer jährlich bis zu 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus der kaspischen Region, Zentralasien und dem Nahen Osten über die Türkei nach Europa transportieren. Als Baubeginn ist 2011 avisiert, 2014 soll das erste Gas fließen.

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