"Meilenstein"

Nabucco-Konsortium kann auf Darlehen hoffen

Die als Konkurrenz zu russischen Gasleitungen geplante Nabucco-Pipeline kann auf milliardenschwere Kredite von Weltbank und anderen öffentlichen Institutionen hoffen. In den kommenden Monaten wollen die potenziellen Geldgeber die wirtschaftlichen Aussichten sowie soziale und Umweltstandards für das Projekt unter die Lupe nehmen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - Die Europäische Investitionsbank (EIB), die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) sowie die Weltbank unterzeichneten am Montag in Brüssel ein Mandat zur Prüfung des Projekts mit dem Konsortium, dem auch der Essener RWE-Konzern angehört.

Es handele sich um einen "Meilenstein", sagte Konsortiums-Chef Rainhard Mitschek. Die bis zu 4000 Kilometer lange Röhre soll von den südlichen und östlichen Grenzen der Türkei aus Gas über den Balkan bis nahe Wien pumpen. Dank der Pipeline soll die EU auch von russischem Gas unabhängiger zu werden. Der Baubeginn ist für 2012 vorgesehen, erste Lieferungen für 2015.

Neben EIB, EBRD und Weltbank müssen noch weitere Geldgeber für das auf rund acht Milliarden Euro geschätzte Projekt gefunden werden. Die Anteilseigner wie RWE und der österreichische Energieriese OMV wollen rund 30 Prozent der Kosten aufbringen. Bevor der Bau endgültig beschlossen wird, muss zudem die Versorgung mit genügend Gas sichergestellt sein. Der RWE-Verantwortliche Stefan Judisch zeigte sich am Montag zuversichtlich, dass Verhandlungen unter anderem für ein Gasfeld in Aserbaidschan die gewünschten Zusagen ergeben: "Wenn alles wie geplant läuft, ist das Projekt nicht aufzuhalten", sagte Judisch.

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