NABU und Anti-Atom-Gruppen für gemeinsames Vorgehen

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Sollte bei den Konsensverhandlungen kein zügiger Atomausstieg vereinbart werden, will der Naturschutzbund NABU gemeinsam mit Anti-Atom-Gruppen den Ausstieg durch verstärkten gesellschaftlichen Druck herbeiführen. Auf einer Pressekonferenz mit Vertretern der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad und der Aktion "x-tausendmal quer überall", warnte NABU-Präsident Jochen Flasbarth gestern in Hannover Bundesregierung und Atomindustrie davor, den Druck zu unterschätzen,
den die Umweltbewegung aufzubauen in der Lage sei.



"Alles deutet darauf hin, dass von Bundesregierung und Atomindustrie AKW-Laufzeiten angestrebt werden, die für den NABU nicht akzeptabel sind. Uns bleibt dann nichts anderes übrig als mitzuhelfen, den Ausstieg über eine Verstopfung der Entsorgungswege zu beschleunigen", so Flasbarth. Er sicherte Jochen Stay von "x-tausendmal quer überall" bei dieser Strategie Unterstützung zu. "Die Konsensverhandlungspartner sollen nicht glauben, sie hätten es bei den anstehenden Atomtransporten nur mit dem Protest einzelner Gruppen an den Standorten zu tun."



Auch den sich abzeichnenden Genehmigungen von Atomanlagen erteilt der NABU eine klare Absage. "Es kann doch nicht sein, dass es unter der alten Bundesregierung über viele Jahre gelungen ist, Verfahren hinauszuzögern, und kaum ist Rot-Grün am Ruder, schon wird genehmigt", erklärte Jochen Flasbarth mit Blick auf das seit siebzehn Jahren laufende Planfeststellungsverfahren Schacht Konrad. Peter Dickel, Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad und der NABU-Präsident waren sich einig, dass Schacht Konrad als Endlager für
schwach- und mittelaktive Abfälle nicht genehmigungsfähig ist. Zahlreiche Sicherheitsbedenken seien nicht ausgeräumt worden. Beide forderten Bundesumweltminister Trittin auf, die von seinen Amtsvorgängern erteilten Weisungen zum Konrad-Verfahren zurückzunehmen. Dann sei der Weg für einen negativen Planfeststellungsbeschluss frei.



Flasbarth und Francis Althoff von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg sprachen sich entschieden gegen eine Genehmigung der Pilotkonditionierungsanlage in Gorleben aus und forderten die Bundesregierung auf, unverzüglich für die Erkundungsarbeiten am Salzstock ein Moratorium zu verhängen. "Wenn hier nicht schnell gehandelt wird, werden weitere Millionen verschleudert und damit weitere vermeintliche Sachzwänge geschaffen, hinter die sich die Bundesregierung derzeit so gerne zurückzieht", so Flasbarth. Die
Bundesregierung solle stattdessen mit Hilfe des neu eingerichteten Expertengremiums einen Vorschlag erarbeiten, wie eine systematische Standortsuche in ganz Deutschland vorgenommen werden könnte. Eine Absage erteilte der NABU allen Überlegungen, deutschen Atommüll im Ausland endzulagern.



Die Vertreter der Anti-Atom-Gruppen und der NABU-Präsident erklärten zusammenfassend, sie hätten bei ausführlichen Gesprächen im Wendland und in Salzgitter am gestrigen Mittwoch gemeinsame Vorgehensweisen verabredet für den Fall, dass der Atomausstieg tatsächlich auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben werde. Die Bundesregierung müsse wissen, dass sie sich mit der gesamten Umweltbewegung anlege.


(ots)

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