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NABU lobt Festhalten am Atomausstieg / Umfrage sieht Zustimmung

Der Naturschutzbund NABU hat die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag von Union und SPD zum Atomausstieg gelobt. "Damit wurde ein Rückfall in die fantasielose Energiepolitik der siebziger und achtziger Jahre vermieden", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Auch die Vereinbarungen zur Gebäudesanierung und zur Energieeffizienz belegten den Willen der neuen Bundesregierung, keine energiepolitischen Schecks auf Kosten der künftigen Generationen auszustellen. "Die Einrichtung einer Bundesstiftung Natur für den Erhalt unseres Nationalen Naturerbes ist ebenfalls ein Meilenstein für eine nachhaltige Umweltpolitik", sagte Miller.

In anderen Bereichen des Umwelt- und Naturschutzes hätten die Koalitionäre allerdings das Klassenziel verfehlt. Dazu zählten insbesondere die Gentechnik sowie die Agrar- und Verkehrspolitik. "Wie die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele mit einer derart unambitionierten Verkehrspolitik erreichen will, ist ihr wohl selber schleierhaft", so der NABU-Bundesgeschäftsführer. Hier seien deutliche Nachbesserungen notwendig, damit Deutschland nicht die selbsternannte Vorreiterrolle beim Umweltschutz mutwillig verspiele.

Die Mehrheit der Bundesbürger unterstützt die Haltung der großen Koalition, den Atomausstieg nicht anzutasten. In einer vorab veröffentlichten Umfrage des Nachrichtenmagazins "Focus" waren 54 Prozent der Befragten dagegen, die Laufzeiten der Atomkraftwerke wieder zu verlängern. 39 Prozent sprachen sich für längere Laufzeiten aus. Unter den Männern gab es mit 51 Prozent eine Mehrheit für längere Laufzeiten der Kraftwerke. 63 Prozent der Frauen waren dagegen für den unter der rot-grünen Bundesregierung vereinbarten Atomausstieg. Das Meinungsforschungsinstitut polis/USUMA befragte den Angaben zufolge 1002 repräsentativ ausgewählte Personen.

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