NABU kritisiert "widersprüchliche Endlagerpolitik" der Bundesregierung

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Im Rahmen einer Tagung zur Endlagerung von Atommüll im hessischen Kassel hat der Naturschutzbund (NABU) am Samstag das "widersprüchliche Vorgehen" der Bundesregierung bei der Suche eines Endlagerstandortes kritisiert. Einerseits werde der "Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte" eingesetzt, um überhaupt erst einmal Grundsätze für die Standortsuche zu klären - laut NABU ein längst überfälliger Schritt. Andererseits aber sei in der Atomkonsensvereinbarung die Genehmigung des Endlagers "Schacht Konrad" bereits zugesichert worden. Der NABU forderte die Bundesregierung daher auf, die "Schacht Konrad"-Pläne zurückzuziehen. "Nehmen sie ihr eigenes Expertengremium ernst und schaffen sie keine Fakten, die dessen Arbeit ad absurdum führen", forderte NABU-Atomexperte Frank Musiol.


Der NABU bekenne sich zu dem Ziel, den Atommüll in ein Endlager zu bringen, wenn eine sichere Lösung gefunden sei - wann und ob dies jemals der Fall sein werde, sei jedoch derzeit noch völlig offen. Wissenschaftlich-technisch sei bis heute nicht geklärt, ob Atommüll überhaupt endgelagert werden könne, führte Musiol aus. Gerade die Gasentwicklung bereite nach wie vor erhebliche Probleme. Diese lasse erhebliche Zweifel aufkommen, ob Atommüll sicher in tiefen geologischen Formationen eingeschlossen werden könne. Daher sei es "zynisch", so der NABU-Vetreter, wenn atomenergiefreundliche Wissenschaftler behaupteten, die Endlagerung sei technisch gelöst.


Ungeachtet der Bereitschaft des NABU, sich an der Diskussion um die Suche nach einem Endlager konstruktiv zu beteiligen, warnte Musiol Bundesregierung und Atomindustrie vor falschen Erwartungen an die Umweltverbände: "Versuchen Sie nicht, uns für die Hinterlassenschaften von etwas in die Pflicht zu nehmen, was wir nicht nur nie gewollt, sondern stets mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft haben", so Musiol abschließend.

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