NABU kritisiert Grüne Verhandlungslinie zum Atomausstieg

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Naturschutzbund NABU hat die gestern Abend beschlossene Linie der Grünen für den Atom-Ausstieg als "substanziell unzureichend" kritisiert. "Wer bereits mit einem windelweichen Kompromissvorschlag in Verhandlungen hineingeht, kommt in der Regel als Verlierer wieder heraus", mahnte NABU-Präsident Jochen Flasbarth und warnte die Grünen vor weiteren Zugeständnissen an die Atomindustrie. "Es darf keinerlei Abstriche bei der Sicherheit der Atomanlagen geben. Schon gar nicht im Tausch gegen ein kümmerliches Abschaltungs-Versprechen der Industrie", sagte Flasbarth.


Eine Flexibilisierung von Laufzeiten lehnt der NABU eindeutig ab. "Über derartige Modelle hätte man bei kurzen Restlaufzeiten von ein bis zwei Legislaturperioden reden können, nicht jedoch bei einem Verhandlungshorizont von 25 oder gar 30 Jahren Gesamtlaufzeiten", sagte Flasbarth. Keinesfalls dürfe sich die Regierung auf eine Zählweise in 'Volllastjahren' oder auf eine noch zu produzierende Atomstrommenge einlassen. Die laut Zeitungsberichten von den Betreibern geforderten 2500 Terawattstunden entsprechen etwa der Atomstrommenge, die seit dem Anfahren des ersten deutschen Atomkraftwerks insgesamt produziert worden ist. "Damit würde die Abschaltung des letzten Reaktors in eine völlig ungewisse Zukunft
vertagt, weil die Kraftwerksbetreiber über eine verminderte Auslastung die Betriebszeit nahezu beliebig verlängern könnten", sagte der NABU-Präsident.


ots

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