Standpunkt

NABU: Keine weiteren Zugeständnisse beim AKW Obrigheim

Der Naturschutzbund NABU befürchtet, dass der gesamte Atomkonsens ins Wanken gerät. Grund ist die Übertragung der durch die vorzeitige Stilllegung des Reaktors Stade entstehenden Reststrommengen auf den EnBW-Reaktor Obrigheim, die EnBW-Chef Goll nach NABU-Informationen plant.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Der Naturschutzbund NABU hat die Bundesregierung aufgefordert, keine weiteren Zugeständnisse bei der Laufzeit des EnBW-Atomkraftwerks Obrigheim zu machen. NABU-Informationen zufolge plant EnBW-Chef Goll die durch vorzeitige Stillegung des Reaktors in Stade übrigbleibenden Reststrommengen auf Obrigheim zu übertragen.

"Dies bedürfte jedoch der Zustimmung der Bundesregierung, und die sollte nicht einmal daran denken", wurde NABU-Präsident Jochen Flasbarth deutlich. Er äußerte die Befürchtung, dass der gesamte Atomkonsens ins Wanken gerate, wenn jetzt nicht ein klarer Riegel vor solche Machenschaften geschoben werde. "Die Gründe für die Taktiererei von Herrn Goll sind allzu durchsichtig: Obrigheim bis zum erhofften Ende von Rot-Grün am Netz lassen und mit den Rückstellungen möglichst lange Geld verdienen." Der NABU-Präsident forderte daher, sämtliche Entsorgungsrückstellungen grundsätzlich einem Fonds zuzuführen, aus dem dann alle Maßnahmen der Atomenergieabwicklung inklusive der neu aufgelegten Endlagersuche finanziert werden könnten.

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